Musik aus den skandinavischen Ländern ist vor allem mit einem Namen verbunden: Edvard Grieg. Am 4. September 107 – vor 110 Jahren – ist der berühmte Komponist des Nordens gestorben. Geboren wurde Edvard Grieg am 15. Juni 1843 in der norwegischen Stadt Bergen. Sein Vater war ein wohlhabender Kaufmann und britischer Konsul. Von seiner Mutter erhielt er den ersten Klavierunterricht, mit neun Jahren verfasste er seine ersten Kompositionen. Mit fünfzehn ging er ans Leipziger Konservatorium, wo er u.a. bei Ignaz Moscheles Klavierunterricht erhielt. Er fühlte sich in Leipzig allerdings nicht wirklich wohl und kehrte im Mai 1860 wegen einer Erkrankung – wie sich herausstellte Tuberkulose – nach Bergen zurück. Ende des Jahres zog er für drei Jahre nach Kopenhagen. Dort lernte er Nils Gade, Rikard Nordraak und Hans Christian Andersen kennen. Von Nordraak ließ sich Grieg für die nordische Volksmusik begeistern, was seiner künstlerischen Entwicklung eine entscheidende Wendung geben sollte. 1865 unternahm Grieg eine Reise nach Rom, gab Konzerte und lernte bei dieser Gelegenheit Henrik Ibsen kennen, der seit 1864 in Italien lebte. 1866 ließ sich Grieg in Christiania (Oslo) nieder und engagierte sich für die Einrichtung der Norwegischen Musikakademie, die 1867 eröffnet wurde. Im gleichen Jahre heiratete er die Sängerin Nina Hagerup. Mit ihr zusammen unternahm er 1870 eine zweite Reise nach Italien. Bei dieser Reise lernte er Franz Liszt kennen. Dessen Begeisterung für die Kompositionen des Norwegers legte den Grundstein für Griegs internationalen Erfolg. 1874 beauftragte Henrik Ibsen ihn, sein Theaterstück Peer Gynt zu vertonen. Es wurde Griegs berühmtestes Werk. Grieg reiste viel, um seine Orchesterwerke zu dirigieren oder um als Pianist seine Soloklavierstücke und seine Kammermusik mit Klavier zu spielen. Er lernte Brahms, Tschaikowsky und andere bedeutende Komponisten kennen. Die meiste Zeit verbrachte er aber in Lofthus am Hardangerfjord und ab 1885 in seinem Haus „Troldhaugen“, etwas südlich von Bergen. Sein Ruf hatte sich mittlerweile verfestigt, er wurde mit Einladungen aus dem Ausland überhäuft und feierte Triumphe in London, München und Genf. 1898 organisierte er das erste norwegische Musikfestival in seiner Heimatstadt Bergen. Danach verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Vor der geplanten Reise zum Musikfest in Leeds erlitt Grieg einen Herzinfarkt, an dessen Folgen er im Alter von 64 Jahren starb.
»Edvard Grieg: Biographie und Einspielungen«
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