In der weitverzweigten Musikerfamilie Bach war Johann Christoph Bach der bedeutendste Komponist vor Johann Sebastian Bach. Die Familienchronik bezeichnet ihn als „der große und ausdrückende Componist“. Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel schätzten die Ausdruckskraft seiner Musik ganz besonders. Dass die Motetten „Merk auf, mein Herz“ und „Ich lasse dich nicht“ lange Zeit irrtümlich dem Thomaskantor zugeschrieben wurden, sagt alles. Aus seinem Leben sind nur wenige allgemeine Daten überliefert. Johann Christoph wurde vor 375 Jahren, am 8. Dezember 1642, in Arnstadt getauft. Seine musikalische Ausbildung erhielt er von seinem Vater Heinrich Bach, der Stadtmusiker und Organist an der Arnstädter Liebfrauenkirche war. Mit 21 Jahren wurde Johann Christoph Organist an der Schlosskapelle in Arnstadt, zwei Jahre später trat er die Stelle als Stadtorganist in Eisenach. Dort hatte er an allen drei Kirchen der Stadt zu spielen. Er war auch Cembalist in der Hofkapelle des Herzogs Johann Georg von Sachsen-Eisenach und wurde nach 1700 zum Kammermusiker ernannt. Über zwei Jahrzente gab er zusammen mit seinem Cousin, dem Hoftrompeter Johann Ambrosius Bach, der Stadt seine musikalische Prägung. Zeitweilig spielte er auch mit Johann Pachelbel zusammen unter dem Kapellmeister Daniel Eberlin. Nur wenige Werke von Johann Christoph Bach sind erhalten. Neben verschiedenen Cembalo- und Orgelwerken zeichnen sich vor allem seine Motetten, Chorarien und Kantaten durch besondere satztechnische Kunstfertigkeit und eine harmonisch außerordentlich reiche und differenzierte Tonsprache aus. Am bekanntesten ist wohl das groß besetzte geistliche Konzert „Es erhub sich ein Streit im Himmel“ zum Michaelisfest. Johann Christoph Bach starb am 31. März 1703 in Eisenach.
»Johann Christoph Bach: Biographie und Einspielungen«
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