Ein renommierter Solist von internationalem Rang hätte heute seinen 80. Geburtstag gefeiert: Der amerikanische Cellist Lynn Harrell wurde am 30. Januar 1944 in New York geboren. Er wuchs in einer musikalischen Familie auf: Sein Vater Mack Harrell war Sänger (Bariton), seine Mutter Marjorie McAlister Fulton war Geigerin. Schon mit acht Jahren entschied Lynn sich für das Cello und wollte ebenfalls Musiker werden. Er studierte zunächst an der Juilliard School of Music in New York bei Leonard Rose, dann wechselte er an das Curtis Institute nach Philadelphia zu Orlando Cole. Er nahm an Meisterklassen von Pablo Casals und Gregor Piatigorsky teil und gab schließlich 1961 sein Solistendebüt in der New Yorker Carnegie Hall mit dem New York Philharmonic Orchestra. Er verlor früh seine Eltern: Als Lynn 15 Jahre alt war, starb sein Vater an Krebs, seine Mutter kam knapp drei Jahre später bei einem Autounfall ums Leben. 1962 erhielt er eine Stelle im Cleveland Orchestra, weil George Szell seinen Vater von Aufführungen von der Metropolitan Opera her kannte. Von 1964 bis 1971 war Lynn Harrell Solo-Cellist des Orchesters. Danach startete er seine Karriere als Solist und Kammermusikpartner. Er spielte häufig im Klaviertrio mit Vladimir Ashkenazy und Itzhak Perlman. Daneben unterrichtete an renommierten Instituten wie der Royal Academy of Music (London), dem Cleveland Institute of Music, der New Yorker Juilliard School oder beim Aspen Music Festival. Von 1986 bis 1993 war er direkter Nachfolger von Gregor Piatigorsky an der USC Thornton School of Music in Los Angeles sowie von 1988 bis 1992 musikalischer Direktor des Los Angeles Philharmonic Institute. Danach unterrichtete er bis zu seiner Pensionierung 2009 an der Shepherds School of Music der Rice University in Houston/Texas. 2001 etablierte das Dallas Symphony Orchestra ihm zu Ehren den Lynn Harrell Concert Competition für junge Streicher und Pianisten bis 18 Jahren aus Texas, New Mexico, Oklahoma, Arkansas und Louisiana. Herzlichen Glückwunsch!
»Lynn Harrell: Biographie und Einspielungen«
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