Am 24. Februar vor 175 Jahren wurde der italienische Komponist Arrigo Boito in Padua geboren. Schon als Neunjähriger verfasste er erste Kompositionen (u.a. eine Polka auf La donna è mobile aus Verdis Rigoletto). 1853 studierte er Geige, Klavier und Komposition am Mailänder Konservatorium. Anschließend ging er nach Paris. Dort traf er mit Gioachino Rossini und Giuseppe Verdi zusammen und schrieb 1862 die Verse der Hymne der Nationen, die Giuseppe Verdi aus Anlass der Weltausstellung in London vertonte. 1866 nahm er als Freiwilliger an den Freiheitskriegen gegen Österreich teil. Seine erste Oper (Mefistofele) wurde am 5. März 1868 an der Mailänder Scala aufgeführt, sie fiel jedoch durch. Erst die revidierte und stark verkürzte Fassung war erfolgreich. Sie blieb seit ihrer Uraufführung am 4. Oktober 1875 am Teatro Comunale di Bologna die einzige Oper Boitos, die sich bis heute im Opernrepertoire gehalten hat. Boito war auch als Schriftsteller und Librettist tätig. 1869 übersetzte er Richard Wagners Rienzi ins Italienische, 1874 verfasste er das Libretto zu La Gioconda für Amilcare Ponchielli, 1876 übersetzte er Wagners Tristan und Isolde (italienische Erstaufführung 2. Juni 1888 in Bologna) und die Wesendonck-Lieder. Auch Webers Freischütz hat er ins Italienische übertragen. Im Sommer 1879 fertigte er für Verdi die ersten Skizzen zum Libretto für Otello an und 1880/81 arbeiteten beide an der Neufassung von Simon Boccanegra. 1889 begann Boito mit dem Libretto zu Verdis letzter Oper Falstaff. Mit der Uraufführung am 9. Februar 1893 feierte Boito den letzten großen Triumph seines Lebens. Er blieb Verdi bis zu dessen Tod freundschaftlich verbunden. 1895 engagierte er sich zusammen mit Giulio Ricordi und anderen für die Verbesserung der Autorenrechte. 1903 erkrankte er erstmals an Angina pectoris. Am 17. März 1912 wurde er zum Senator ernannt und stimmte am 20. Mai 1915 für den Eintritt Italiens an der Seite der Alliierten in den Ersten Weltkrieg. Nach einem Frontbesuch 1917 verschlimmerte sich seine Angina, an deren Folgen er schließlich am Morgen des 10. Juni 1918 in Mailand starb.
»Arrigo Boïto: Biographie und Einspielungen«
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