2004 galt er noch als Tenor-Hoffnung – heute feiert der aus Malta stammende Joseph Calleja seinen 40. Geburtstag und hat die in ihn gesetzten Erwartungen längst erfüllt. Als er damals sein CD-Debüt „Tenor Arias“ bei Decca mit einem Arien-Recital gab (475 250-2), beeindruckte er nicht nur Riccardo Chailly, der ihn mit dem Orchestra Sinfonica di Milano Guiseppe Verdi begleitete, sondern konnte auch bei unserem Klassik Heute-Rezensenten punkten, der ihm ein „Ausnahmetalent“ bescheinigte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Calleja freilich bereits eine beachtliche Karriere vorzuweisen. Er hatte schon an vielen wichtigen europäischen Opernhäusern gesungen und debütierte im Sommer des gleichen Jahres bei den Salzburger Festspielen. Seine Gesangskarriere begann im Alter von 16 Jahren, als er von dem Tenor Brian Cefai entdeckt wurde. Das sängerische Rüstzeug hatte ihm der maltesische Tenor Paul Asciak vermittelt. Sein Profidebüt gab Calleja dann 1997 auf Malta als Macduff in Macbeth; im selben Jahr gewann er den Belvedere Hans-Gabor-Wettbewerb, 1998 den Caruso-Wettbewerb in Mailand und 1999 den CulturArte-Preis bei Domingos-Operalia-Wettbewerb. Im Jahr 2000 debütierte er in Toronto als Rodolfo in La Bohème von Giacomo Puccini und schließlich im Herbst 2009 auch an der Metropolitan Opera in New York, als er für den damals stimmlich angeschlagenen Rolando Villazón einsprang. Auch als Konzertsänger ist Joseph Calleja viel gefragt. Er unternahm mehrere Deutschland-Tourneen und bestritt zahlreiche gemeinsame Auftritte mit der russischen Sopranistin Anna Netrebko sowie mit dem walisischen Bassbariton Bryn Terfel. 2012 trat Calleja als Gast bei der Last Night of the Proms auf, 2015 wurde er in den Vorstand der Europäischen Musiktheater-Akademie gewählt. Joseph Calleja ist heute längst zu einem der führenden Tenöre an den großen Opernhäusern weltweit avanciert. Dazu und zu seinem Geburtstag natürlich alles Gute und weiterhin viel Erfolg.
»Joseph Calleja: Biographie und Einspielungen«
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