Vor fünfundzwanzig Jahren starb die österreichische Sopranistin Leonie Rysanek. Sie zählte von Wien bis New York zu den größten Stars ihrer Zeit. Bis 1996 hatte sie über 300 Auftritte an der Met. Beim Publikum war sie überaus beliebt. Ihre Laufbahn begann mit ihrem Debüt als Agathe in Webers Freischütz 1949 am Landestheater Innsbruck. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie ihr Gesangsstudium in Wien noch gar nicht abgeschlossen. 1950 heiratete sie ihren Gesangslehrer, den Sänger und Regisseur Rudolf Großmann. Von 1950 bis 1952 gehörte sie dem Ensemble der Saarbrücker Oper an. Ihre große Karriere begann mit dem Engagement als Sieglinde (Die Walküre) bei der Wiedereröffnung der Bayreuther Festspiele 1951. In den 1950er und 1960er Jahren sang sie regelmäßig in Bayreuth. Ferner trat sie bei den Salzburger Festspielen auf. 1997/98 war Rysanek Präsidentin der Wiener Festwochen. Dem gelungenen Bayreuth-Einstand folgten Einladungen nach München (1952). an den Covent Garden (1953), an die Wiener Staatsoper (1954), wo sie bis 1991 engagiert war, nach San Francisco (1957) und schließlich an die Met (1959). Dort feierte sie in der Rolle der Lady Macbeth als Einspringerin für Maria Callas einen triumphalem Erfolg, der ihre internationale Karriere festigte. Sie war gleichermaßen berühmt als Wagner-, Verdi- und Strauss-Interpretin, aber auch als bedeutende Leonore (Fidelio, Beethoven). 1981 sang sie neben Astrid Varnay und Dietrich Fischer-Dieskau mit den Wiener Philharmonikern unter Karl Böhm die Titelrolle bei der Verfilmung der Strauss-Oper Elektra (Regie: Götz Friedrich). 1968 heiratete sie in zweiter Ehe den Musikwissenschaftler und Journalisten Ernst Ludwig Gausmann. Sie starb am 7. März 1998 in Wien an Krebs. Sie erhielt ein Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof. Im Jahr 2014 wurde in Wien im 22. Bezirk der Leonie-Rysanek-Weg nach der großen Sängerin und Tochter der Stadt benannt.
»Leonie Rysanek: Biographie und Einspielungen«
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