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CD-Besprechung

Georg Philipp Telemann

Musicalisches Lob Gottes
Cantatas • Fantasies for Viola da Gamba

cpo 555 387-2

1 CD • 80min • 2020

30.06.2021

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

So schön jubeln wie Bach kann keiner, aber Telemann tut es dafür öfter: Auf dieser CD sind zwei Jubel-Kantaten des „Generalkapellmeisters des protestantischen Deutschlands“ versammelt, dazu noch eine klagende Kantate. Die Hamburger Ratsmusik agiert hierbei ganz kammermusikalisch mit fünf Instrumentalisten und nur drei Sängern: kirchenpraktikabel, wie solche Kantaten wahrscheinlich in kleinerer Besetzung während der Gottesdienste aufgeführt wurden, dabei so besonders, dass ein Choral nur einstimmig gesungen wird.

Jubeln, Jauchzen und Juchzen

Den drei Sängern (zwei Soprane und ein Bariton) gelingt es dabei im Zusammenspiel mit den Instrumentalisten mühelos, einen Chor darzustellen. Kein Wunder bei diesen über alles erhabenen Solisten: Dorothee Mields, Hanna Zumsande und Klaus Mertens. Äußerst stilsicher sind sie, aufeinander hörend, außerordentlich textverständlich und -ausdeutend, immer tonklar und strikt linear-instrumental singend, wissend, wann sie mit ein wenig Vibrato Nachdruck erzeugen müssen und vorbildlich die Vorhaltdissonanzen aushaltend.

Sie jubeln nicht nur, sie jauchzen und juchzen beinahe, wenn die Musik es nahelegt, als „ein ewig Laetare“, wie es im Kantatentext heißt, oder sie flehen sehnsüchtig, fordern drängend die Segnung oder klagen in elegischem Pathos. Sogar Echowirkungen kann dieser Mini-Chor erzeugen.

Die Musiker untermalen dies mit einem wiegenden 12/8-Takt (Take 6), mit einer unermüdlich durch die Arie wandernden Seufzer (Take 17) – oder einer repetitiven Geigenfigur (Take 19).

Formenreiche Gamben-Fantasien

Vier Gamben-Fantasien von Telemann sollen dazwischen als meditative Ruhehalte dienen, aber die sind so formenreich und vielgestaltig und dabei so ausladend, dass sie sich ganz schön in den Vordergrund schieben, auch weil die hervorragende Gambistin Simone Eckert sie so lebendig und wendig vorträgt, gleich ob chromatisch an- und absteigende Fugen ((Take 8) oder ein sangliches Andante (Take 11) und ein elegisch sich aussingendes Largo (Take 21).

Der Aufnahmeraum, der Sendesaal Bremen, ist hervorragend für den Klang dieser Gamben-Sonaten, weniger für die Kantaten: Da wünscht man sich doch einen Kirchenraum.

Das Booklet ist reich ausgestattet mit einer präzisen musikgeschichtlichen Einordnung und Beschreibung der Musik (Wolfgang Hirschmann), mit allen Texten und Vorstellungen der Akteure.

Rainer W. Janka [30.06.2021]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Georg Philipp Telemann
1Jauchzet, ihr Himmel TWV I:957 Nr. 23 (aus: Musicalisches Lob Gottes) 00:18:27
8Fantasia Nr. 1 c-Moll TWV 40:26 für Viola da gamba 00:04:45
10Fantasia Nr. 2 D-Dur TWV 40:27 für Viola da gamba 00:08:09
14Gedenke doch, wie ich so elend und verlassen TWV 1:583 Nr. 23 (aus: Musicalisches Lob Gottes) 00:18:28
21Fantasia Nr. 3 e-Moll TWV 40:28 für Viola da gamba 00:04:41
24Fantasia Nr. 4 F-Dur TWV 40:29 für Viola da gamba 00:06:03
27Dies ist der Tag, den der Herr macht TWV 1:359 Nr. 24 (aus: Musicalisches Lob Gottes) 00:18:49

Interpreten der Einspielung

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