Das Ensemble „Cembaless“ ist in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich und macht ganz besondere Projekte: Eine Eigenart ist schon die Besetzung an sich, die dem Ensemble auch seinen Namen gibt, denn ein Alte Musik-Ensemble ohne Cembalo ist tatsächlich eher selten anzutreffen. Statt des gezupften Tasteninstruments findet sich bei Cembaless mit Stefan Koim eine Barockgitarre und Erzlaute sowie mit Robbert Vermeulen eine Theorbe, so dass es klanglich an nichts fehlt. Eine weitere grundsätzliche Besonderheit ist das Hinzufügen iranischer Perkussionsinstrumente durch Syavash Rastani, was dem Ganzen eine besondere rhythmische Ebene gibt. Wo Cembaless ansonsten die Besetzung aufstocken, da setzt das Ensemble bei seinem neuesten Projekt auf Reduktion, denn hierbei handelt es sich um eine Bearbeitung von Georg Friedrich Händels Oper Floridante, die in diesem Fall den Beinamen „oder die heimliche Heldin“ verpasst bekommen hat.
Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.
UA nach über 70 Jahren: Hans Winterbergs dritte Sinfonie
Konzert der Regensbuger Philharmoniker und GMD Stefan Veselka am 25. Juni 2026
Hans Winterbergs Hände, Foto: Archiv Peter Kreitmeir
Mit der 1955 vollendeten Symphonie III gelangt am 25. Juni in Regensburg ein bedeutendes Werk von Hans Winterberg posthum zur Uraufführung. Die Ausgabe sämtlicher Kompositionen Winterbergs setzt aktuell etliche Meilensteine, darunter Ersteinspielungen sowie die Komplettierung seiner Kammermusik-Notenedition. Hans Winterberg (1901–1991) wird erst seit wenigen Jahren als einer der wichtigsten Vertreter der tschechischen Avantgarde der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt. Als Schüler von Alexander Zemlinsky und Alois Hába steht er in der Nachfolge Janáčeks und ist zugleich dem weiteren Umfeld der Zweiten Wiener Schule zuzurechnen. [05.06.2026]
Anton Beliaev gewinnt „Bernardo De Muro“-Wettbewerb 2026
Hohe Bewerberzahl bei dem erstmals veranstalteten Wettbewerb
Anton Beliaev, Foto: Liudmila Maitak
Der russische Bariton Anton Beliaev hat den ersten Preis der ersten Ausgabe des Internationalen Opernwettbewerbs „Bernardo De Muro“ im nordsardischen Tempio Pausania gewonnen. Die international besetzte Jury unter Vorsitz von Sebastian Schwarz, Leiter der Sängerensembles des Teatro alla Scala, würdigte Belieaevs außergewöhnliche stimmliche Qualität und interpretatorische Reife. Zusätzlich erhielt der Künstler den Sponsorpreis der Gruppo Guccini Costruzioni (Architettura e Costruzioni Sardegna-Puglia). [05.06.2026]
Vom 11. Juni bis 18. Juli finden über 80 Veranstaltungen statt
Konzerteinführungen finden im Grünen Saal des Regentenbaus in Bad Kissingen statt. Foto: Julia Milberger
Der Kissinger Sommer feiert 2026 seine 40. Ausgabe: Vom 11. Juni bis 18. Juli lädt das Internationale Musikfestival in Bad Kissingen unter dem Motto „Mazel Tov“ zu über 80 Veranstaltungen ein. Das Jubiläumsfestival widmet sich zugleich der jüdischen Geschichte und Kultur Bad Kissingens und Europas. Im Mittelpunkt stehen Werke jüdischer Komponisten, Klezmer, Operette, Chanson und große symphonische Programme. Zu den Orchestergästen zählen das Budapest Festival Orchestra unter Iván Fischer, das BBC Symphony Orchestra, die Tschechische Philharmonie, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit Sir Simon Rattle, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin unter Kent Nagano sowie die Bamberger Symphoniker. [05.06.2026]
Theater und Philharmonie Essen erhält zentrale Theaterwerkstätten
Rat der Stadt Essen bringt zukunftsweisendes Projekt nach Empfehlung des Aufsichtsrates auf den Weg
Blick in die neuen Werkstätten an der Econova-Allee. Foto: Rosa Lisa Rosenberg / Stadt Essen
Die Theater und Philharmonie Essen (TUP) bekommt neue zentrale Theaterwerkstätten. Den entsprechenden Beschluss hat der Rat der Stadt Essen in seiner jüngsten Sitzung auf Empfehlung des TUP-Aufsichtsrates gefasst. Das Projekt markiert einen wichtigen Entwicklungsschritt für die TUP und bedeutet eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden der Ausstattungswerkstätten. Die neuen zentralen Theaterwerkstätten entstehen an der Econova-Allee im Stadtteil Bergeborbeck. In dem Hallenkomplex werden nicht nur der Malsaal, die Plastikerwerkstatt und die Dekorateurwerkstatt, die alle drei derzeit an der Hafenstraße angesiedelt sind, eine neue Heimat finden. [05.06.2026]
Vor 210 Jahren, am 5. Juni 1816, ist der bedeutendste Komponist von Buffo-Opern gestorben: Giovanni Paisiello. Er wurde am 9. Mai 1740 in Tarent geboren und sollte eigentlich Rechtswissenschaft studieren. Im Alter von 13 Jahren trat er jedoch in das Konservatorium Sant' Onofrio in Neapel ein und schlug damit unter der Führung von Francesco Durante die Musikerlaufbahn ein. Zunächst komponierte er Kirchenmusik – Messen, Oratorien, Psalmen und andere Werke –, hatte aber 1763 nach der Aufführung eines „dramatischen Intermezzo“ am Konservatorium schnell wachsenden Erfolg als Komponist von Buffo-Opern. Mit dem Erfolg von L'idolo Cinese 1767 in Neapel wurde er schließlich zu einem der anerkanntesten Komponisten Italiens und war bald neben Domenico Cimarosa als Opernkomponist in Europa nahezu konkurrenzlos.
Am 18. November 1786 wurde der „Begründer der deutschen Oper“ Carl Maria von Weber in Eutin geboren, vor 200 Jahren, am 5. Juni 1826, ist er in London gestorben. Er war der Sohn eines Wanderschaustellers, W.A. Mozarts Frau Constanze war seine Cousine. Seine musikalische Begabung zeigte sich sehr früh. Er wurde als Pianist und Sänger ausgebildet und hatte Kompositionsunterricht bei Michael Haydn und Abbé Vogler. Dieser verschaffte ihm auch seine erste Kapellmeisterstelle in Breslau. 1806 trat er als Musikintendant, Sekretär und Musiklehrer in die Dienste des württembergischen Hofes. 1810 verlor er durch das Verschulden des Vaters Amt und Ansehen und wurde des Landes verwiesen. Bei Abbé Vogler bildete er sich in Darmstadt weiter zum Komzertpianisten aus und ging erfolgreich auf Konzertreisen durch Deutschland. 1813 wurde er Operndirektor in Prag, 1816 wurde ihm die Einrichtung und Leitung der deutschen Opern in Dresden angetragen. Hier schuf er seine drei bedeutendsten deutschen Opern Der Freischütz (18219, Euryanthe (1823) und Oberon (1826).
dass das 1809 gegründete Leipziger Gewandhaus-Quartett das älteste Streichquartett der Welt ist?
„...“
Das ist immer der Rat an meine Schüler: „Du sollst nicht forcieren. Wenn du eine Idee hast, höre darauf, wo sie dich hinführt. Erfasse ihren Willen zum Werden. Die Musik ist klüger als du."