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CD-Besprechung

Ondine ODE 1200-2

1 CD • 66min • 2000, 2009, 2010

18.07.2012

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Bei fast allen Großen der Musikgeschichte zeigt sich die spezielle künstlerische Physiognomie bereits in den frühen Werken, und zwar ganz deutlich und unverkennbar. Das trifft auch auf Hector Berlioz und seine Kantate Herminie (für Solosopran und Orchester) zu, mit der sich der junge Komponist um den begehrten Rompreis bewarb. Dass seine Bemühung vergeblich blieb, darf nicht verwundern. Zu kühn, zu wild war die Komposition für die Maßstäbe der akademischen Kommission. Was damals nur die allerwenigsten ahnen konnten: diese Musik war zukunftsträchtig, trotz aller Zerrissenheit und Ungestalt, voll von künstlerischen Potenzen, eine rechte „Zukunftsmusik".

Zahlreiche Vokalwerke von Berlioz sind seit Jahren und Jahrzehnten durch die Aufnahmen mit Janet Baker und dem Dirigenten John Barbirolli geadelt und geprägt worden. Véronique Gens folgt nicht den edlen Spuren von Dame Janet Baker, ihr Vortrag ist viel impulsiver, er betont den hochdramatischen Kern der Musik, scheut auch vor echauffierten Ausbrüchen nicht zurück. Keine schmeichelnde Stimme, eher von herbem Grundton, aber in jeder Sekunde präsent und eindringlich. Die Steine, die ihr der junge, unbekümmerte Berlioz mit seiner dramatischen Szene Herminie (eine nachgedichtete Episode aus Tassos Befreitem Jerusalem) in den Weg legt, bringen sie nicht gerade zum Stolpern, doch bleibt die Mühe der Bewältigung spür- und hörbar. Besonders sängerfreundlich hat sich der Komponist ja auch in späterer Zeit nicht verhalten.

Der wunderbare Zyklus Les nuits d'été zählt längst schon zum bevorzugten Gut der Mezzo- und Sopranstimmen.Véronique Gens besitzt nicht den ebenmäßigen Gesangston der Baker, aus ihrer Stimme tönt mehr das Nervöse, Drängende hervor. Eine Darstellung von anderer Art und doch den höchsten Mustern ebenbüürtig. Dasselbe gilt auch für Ravels Shéhérazade – auch hier das große Vorbild Baker/Barbirolli – : eine neuartige, subtile und ereignisreiche Präsentation.

Was die besondere Note der Aufnahme ausmacht: Le Orchestre national de Pays de la Loire mit seiner wundersam rauschenden, tief beseelten Begleitung. Unter John Axelrods Konduktion treten die heftigsten wie auch die zartesten Elemente der Kompositionen in voller Leuchtkraft hervor.

Clemens Höslinger [18.07.2012]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Hector Berlioz
1Herminie – Lyrische Szene für Sopran und Orchester (Text von Pierre-Ange Vieillard) 00:22:11
5Les nuits d'été, Sechs Lieder op. 7 für Singstimme und Orchester (Liederzyklus nach Texten von Théophile Gautier) 00:27:58
Maurice Ravel
11Shéhérazade für Singstimme und Orchester (nach Gedichten von Tristan Klingsor) 00:15:38

Interpreten der Einspielung

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