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CD-Besprechung

Georg Friedrich Händel: Israel in Ägypten HWV 54 (Version von 1833 von Felix Mendelssohn Bartholdy)

cpo 2 CD 777 222-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 15.04.09

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cpo 777 222-2

2 CD • 83min • 2001

Am 26. Mai 1833 gab Felix Mendelssohn Bartholdy sein Debüt bei den Niederrheinischen Musikfesten mit Georg Friedrich Händels Israel in Ägypten (1738) – dem Musterbeispiel eines Chororatoriums. Zugrunde lagen dieser Aufführung die deutsche Übersetzung des Bonner Musikwissenschaftsprofessors Karl Breidenstein aus dem Jahr 1826, eine um 1792 veröffentlichte englische Partiturausgabe Samuel Arnolds, die sich im Wesentlichen an Händels Partiturautograph hielt, in erster Linie aber wohl eine Instrumentierung J.O.H. Schaums, eines Mitglieds der Berliner Singakademie. Mendelssohn hatte sich einem intensiven Quellenstudium gewidmet und durch die Vermittlung des Londoner Händel-Experten George Smart ein Textbuch in die Hände bekommen, das zahlreiche Sätze aufwies, die in Arnolds Partitur nicht enthalten waren. Sechs Rezitative und die Arie „Hoffnung lindert unsere Schmerzen“ entnahm Mendelssohn dieser Sammlung und baute sie in seine Düsseldorfer Aufführung ein. Da in Düsseldorf keine Orgel zur Verfügung stand, musste Mendelssohn zusätzliche Stimmen hinzufügen; den Aufführungsumständen, genauer gesagt den zeitlichen Engpässen bei der Probenarbeit und den Problemen bei der Beschaffung des Notenmaterials geschuldet waren einige Kürzungen bei den Chören. Ureigener Mendelssohn schließlich ist die vorangestellte Ouvertüre, um die ihn das Festkomitee gebeten hatte: seine Trompetenouvertüre von 1825, deren Tonfall als Abbild der Befreiung Israels aus der ägyptischen Knechtschaft verstanden werden kann.

Händels Geist aus Mendelssohns Händen (passend zum diesjährigen Händel- und Mendelssohn-Jubiläum) – das ist der Stempel, den der vorliegende Konzertmitschnitt vom 26. September 2001 aus der Basilika Knechtsteden trägt. Er folgt dem Textbuch der Pfingstaufführung Mendelssohns von 1833 und somit in nicht unerheblichem Maße einer historisch informierten Musizier- und Aufführungspraxis, in welchem Zusammenhang man Hermann Max, die Rheinische Kantorei und Das Kleine Konzert durchaus als Idealbesetzung bezeichnen kann. Bestens aufgelegt und disponiert präsentieren sich Chor und Orchester, wenngleich ihnen die sehr hallige Akustik der Basilika in Sachen einer durchhörbaren Klanglichkeit, Konturenschärfe und Textverständlichkeit mitunter einen Strich durch die Rechnung macht. Beide stellen sich ganz in den Dienst des musikalischen Dramas, das seine besonderen Wirkungen zwar auch aus der reichen Instrumentierung bezieht, zuvorderst aber aus seinen klangprächtigen und bildhaften Chorszenen. Schon die exzellente Phrasierung der Rheinischen Kantorei lässt erkennen, welche Bedeutung Hermann Max dem Text beimisst. An erster Stelle stehen Präzision, gezügelte Tempi und eine nuancierte Affektausdeutung. Trotzdem scheut Max weder tief empfundene Innigkeit – etwa in der Klage „Aber die Kinder Israels schrien“, „Er sandte dichte Finsternis“ oder in der Hirtenszene „Aber mit seinem Volke zog er dahin“ – noch klangliche Opulenz, beispielsweise in dem ergreifenden Satz „Das hören die Völker und sind erstaunt“ oder dem Fugato-Lobgesang „Ich will singen meinem Gott“. Aus all dem spricht eine bestechend sensible Gestaltungskunst, auch dank des akzentuiert und sehnig agierenden Orchesters – man höre nur die tonmalerische Verdeutlichung der Fliegen-, Mücken- und Heuschreckenplage in den 32tel-Ketten der hohen Streicher in dem Satz „Er sprach das Wort“.

Allein die Solisten wissen nicht alle zu überzeugen. Zwar werden sie den Erfordernissen ihrer Partien größtenteils gerecht. Doch ist das unüberhörbare Gefälle zwischen den sauber geführten Stimmen Hans Jörg Mammels (Tenor), Ekkehard Abeles und Gregor Finkes (Bass) und den intonatorisch nicht immer einwandfreien und gelegentlich mit ihrem Stimmsitz zu kämpfen scheinenden Monika Frimmer und Veronika Winter (Sopran) sowie Heike Grötzinger (Alt) ein klarer Minuspunkt der ansonsten ausgezeichneten Einspielung.

Christof Jetzschke [15.04.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G.F. Händel Israel in Ägypten HWV 54 (Version von 1833 von Felix Mendelssohn Bartholdy)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Monika Frimmer Sopran
Veronika Winter Sopran
Heike Grötzinger Alt
Hans-Jörg Mammel Tenor
Ekkehard Abele Bass
Gregor Finke Bass
Rheinische Kantorei Chor
Das Kleine Konzert Orchester
Hermann Max Dirigent
 
777 222-2;0761203722228

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