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CD-Besprechung

Tango in Blue

Tango in Blue

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 11.10.05

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BIS 1175

1 CD • 75min • 2003

José Serebrier ist als Dirigent wie als Komponist gleichermaßen vielseitig interessiert. Dass er sich über kurz oder lang des Themas „Tango“ annehmen würde, war bei dem in Uruguay geborenen Künstler zu erwarten. Nun legt er, nachdem der große Boom bereits etwas abgeklungen ist, eine CD vor, die neben bekannten Tangos in sinfonischem Gewand (wie Gades Jalousie und Matos Rodriguez La Cumparsita) eine Reihe unterschiedlicher Beispiele für die fruchtbare Wechselwirkung bietet, die bis heute zwischen dem gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den Bordellen von Buenos Aires entstandenen Tanz und der sogenannten E-Musik stattgefunden hat.

Die Idee ist nicht neu, aber die Auswahl erscheint in diesem Fall besonders gelungen und bietet einige kaum bekannte Stücke, darunter Samuel Barbers Hesitation und die Tangos aus Stringmusic und der Latin-American Symphonette von Morton Gould. Serebrier selbst ist als Komponist mit dem opulenten Blue Tango und dem nostalgischen Casi un Tango für Englischhorn und Streicher vertreten. Außerdem hat er Erik Saties minimalistischen Tango perpétuel fantasievoll und stilsicher orchestriert.

Sein Freund Fernando Condon, einer der führenden Komponisten Uruguays, erweist in seinen konzertanten Impressiones sobre Astor dem Altmeister Piazzolla Reverenz, dessen großartiger Tangazo, eine ausgewachsene sinfonische Dichtung, und das hier sehr dunkel und elegisch klingende Oblivion zu den gewichtigsten Kompositionen der Zusammenstellung zählen.

Der Dirigent Serebrier erweist sich einmal mehr als Meister der orchestralen Balance, der lieber den subtilsten instrumentatorischen Feinheiten nachspürt als vordergründiges Tango-Feuer zu entfachen oder sich an ein striktes, tanzbares Tempo zu halten. Strawinskys raffinierter Tango von 1940 erscheint bei ihm klanglich wie auf dem Seziertisch. Kurt Weills Matrosen-Tango und das in Paris komponierte Youkali leiden ein wenig unter dem forcierten Vortrag der Sopranistin Carole Farley, dafür steuert der Bandoneon-Spieler Enrique Telleria einige authentische Farbtupfer bei. Eine in hohem Maße anregende Veröffentlichung.

Sixtus König † [11.10.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Serebrier Tango in Blue
2 S. Barber Hesitation op. 28 Nr. 5 (Tango, 1952 - aus: Souvenirs op. 028)
3 A. Piazzolla Oblivion
4 I. Strawinsky Tango
5 E. Satie Tango perpétuel (1914 - aus: Sports et divertissements)
6 M. Gould Tango (1993)
7 K.  Weill Matrosen-Tango (1929 - aus: Happy End)
8 J. Serebrier Casi un Tango für Englischhorn und Orchester (2002)
9 M. Gould Tango (1940 - aus: American Symphonette Nr. 004)
10 K.  Weill Youkali (Tango Habañera aus "Marie Galante", 1935)
11 A. Piazzolla Tangazo
12 F. Condon Impresiones sobre Ástor (1995/2002)
13 J. Gade Tango Jalousie
14 G. Matos Rodriguez La Cumparsita

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Orquestra Simfónica de Barcelona i Nacional de Catalunya Orchester
José Serebrier Dirigent
 
1175;7318590011751

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