Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

Johann Gottlieb Graun – Concertos

Johann Gottlieb Graun – Concertos

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 04.05.05

label_928.jpg
→ Katalog und Neuheiten

cpo 999 887-2

1 CD • 69min • 2002

Johann Gottlieb Graun (1702–1771) stand immer im Schatten seines jüngeren Bruders Carl Heinrich, obwohl er für den Aufbau der Hofkapelle Friedrichs II. sicherlich eine nicht mindere Bedeutung hatte. Trotz gewisser Unterschiede ähneln sich die Stile der beiden Brüder so sehr, daß man heute Schwierigkeiten hat, die bloß unter „Graun“ überlieferten Werke einem der beiden eindeutig zuzuordnen, und so steht zumindest hinter einem der beiden hier vorgestellten Violinkonzerten ein Fragezeichen in Klammern. Es sind Werke der Übergangszeit, einst von denen, die Friedrichs Musikgeschmack als zu konservativ schmähten, noch im Spätbarock angesiedelt, aus heutiger Perspektive aber unüberhörbar schon von neuen Ideen durchzogen, die zur norddeutschen Klassik Carl Philipp Emanuel Bachs führen sollten.

Den Schwierigkeiten, vor die Grauns Musik die Interpreten stellt, zeigt sich Martin Haselböck mit seiner Wiener Akademie nicht wirklich gewachsen, denn trotz eines technisch einwandfreien Spiels will nicht die richtige Atmosphäre aufkommen. Die einleitende Sinfonie D-Dur mit dem merkwürdigen Titel „Sinfonia grosso“ klingt zwar – verstärkt durch die etwas unklare Aufnahmetechnik – laut und pompös, hat aber in Haselböcks Interpretation weder Größe noch Ausstrahlung. Ähnliches gilt für das d-Moll-Violinkonzert, dessen Solopart von Ilja Korol ambitioniert und selbstbewußt, aber ohne ausgeprägten Sinn für Zwischentöne gespielt wird. Das ändert sich deutlich beim dritten Stück dieser CD: Daniel Sepec bringt endlich jenen Charme mit ins Spiel, den man bisher vermisst hat, ohne den aber Grauns Musik ins Belanglose abzudriften droht. Vittorio Ghielmi schließlich verfolgt als Solist im Gambenkonzert A-Dur einen ähnlichen Ansatz wie Sepec, hat es aber schwerer, sich gegen die Wiener Akademie mit ihrem eher robusten Zugriff zu behaupten.

Fazit: Diese Produktion trägt kaum dazu bei, Grauns Kompositionen höher zu schätzen als dies bisher der Fall war.

Theodor Schliehen [04.05.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.G. Graun Sinfonia grosso D-Dur
2 Violinkonzert d-Moll
3 Violinkonzert A-Dur
4 Concerto A-Dur für Viola da gamba und Orchester

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Ilia Korol Violine
Daniel Sepec Violine
Vittorio Ghielmi Viola da gamba
Wiener Akademie Orchester
Martin Haselböck Dirigent
 
999 887-2;0761203988723

Bestellen bei jpc

label_928.jpg
→ Katalog und Neuheiten

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

Impressum Kontakt AGBs Datenschutz Haftungsausschluss Mediadaten Sitemap

© Klassik Heute GbR

jpc