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CD-Besprechung

Audite 97.503

1 CD • 66min • 1999

22.10.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Wohl durch Brahms hat die Gattung Streichquartett in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder jenen Stellenwert erreicht, den Haydn und Beethoven dieser Besetzung einst gegeben haben. Mit den beiden Quartetten op. 51 schuf Brahms nach dutzenden, eigenen Angaben nach vernichteten Quartetten zwei Meilensteile der Kammermusikliteratur, in denen sich strenge Konstruktion und emotionaler Reichtum in bis dahin nicht gekannter innerer Logik vermischten.

Die vorliegende Aufnahme kombiniert das 1873 komponierte c-Moll Quartett mit einer Ersteinspielung des zweiten von insgesamt fünf Quartetten des sechs Jahr nach Brahms geborenen Friedrich Gernsheim (1839 – 1916). Man kann die Werkwahl insofern kritisieren, als dass Gernsheim bei weitem nicht die Konzentration von Brahms erreicht, doch wird durch den Vergleich der Stellenwert von Brahms’ Kammermusikschaffen dadurch umso deutlicher.

Gernsheims a-Moll Quartett ist ein in sich stimmiges und vor allem im langsamen zweiten Satz stimmungsvolles und lyrisches Werk. Im Gegensatz zu Brahms fehlt ihm aber die innere Notwendigkeit, der Kampf um den Sinn jedes einzelnen Tones, welcher bei Brahms so einzigartig ist.

Dass bei den Interpretationen durch das Mandelring Quartett jene von Gernsheim insgesamt mehr überzeugt, wirft ein Licht auf den Interpretationsansatz dieser bereits 1999 entstandenen Aufnahme. Das Mandelring Quartett arbeitet die lyrischen Passagen mit viel Gesanglichkeit und Aufmerksamkeit für den Atem der Musik heraus. Die Romanze (Poco Adagio) bei Brahms kann sich aussingen und auch das folgende Allegretto findet seinen eigenen überzeugenden Puls. Dort aber, wo die Musik auf Widerstände trifft (im Kopfsatz) oder wo sie sich ihrer inneren Energien entladen kann (Finale) fehlt jenes letztes Quentchen Energie, welches uns dieses Werk von Brahms als ein wesentliches Werk der abendländischen Musikgeschichte nicht nur bewundern, sondern auch hörend begreifen lässt. Als positives Element dieser sauberen und transparenten Interpretation sei der Beginn der Durchführung im Kopfsatz hervorgehoben. Die Musik bekommt hier eine ganz eigene Atmosphäre, es scheint, als wüssten die Themen, dass jetzt ihre Metamorphose beginnt. Man hält den Atem an.

Das Aufnahmeklangbild ist sehr transparent, zudem sind die Instrumente, obwohl sehr direkt im Hörraum präsent, in einer schönen räumlichen Staffelung aufgenommen.

Robert Spoula [22.10.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johannes Brahms
1Streichquartett Nr. 1 c-Moll op. 51 Nr. 1
Friedrich Gernsheim
2Streichquartett a-Moll op. 31

Interpreten der Einspielung

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