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Thorofon CTH 2584

G.B. Bononcini - A.M. Bononcini
Sono amante
Kantaten & Kammermusik

Ulrike Hofbauer • Ensemble La Ninfea

Klassik-heute-Empfehlung1 CD • 76 Min. • 2011

Details (21.03.2012)

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CTH 2584

Die Brüder Giovanni Battista (1670-1747) und Antonio Maria Bononcini (1677-1726) stehen im Fokus dieser CD. Die Söhne des modenaischen Kirchenmusikers Giovanni Maria Bononcini (1642-1678) verloren ihren Vater früh – der jüngere war gerade ein Jahr alt – sie erhielten daraufhin beide in Bologna ihre musikalische Ausbildung bei dem Cellisten Giovanni Paolo Colonna.

Bis 1697 blieben die Brüder in Italien beieinander, dann ging der ältere nach Wien in Dienste Kaiser Leopolds I. Drei Jahre später folgte der jüngere Bruder nach, beide erlebten in der Kaiserstadt und in Berlin Erfolge, wobei sich Giovanni Battista zu einem der wichtigsten dramatischen Komponisten seiner Zeit entwickelte: 1720 von der Royal Academy of Music für die italienische Oper in London engagiert, war er gleichzeitig Kollege und Rivale G. F. Händels. Bononcinis Opern feierten Triumphe, sein Ende in der britischen Hauptstadt war indessen unrühmlich: Plagiatsvorwürfe veranlassten seine Gönner, sich von ihm zurüückzuziehen, er bekam in London keine Aufträge mehr und musste sein Glück anderswo suchen. Paris, Lissabon und Wien sind die weiteren Stationen seines Lebens, in der Kaiserstadt lebte er schließlich, nachdem fehl gegangene Spekulationen ihn 1737 zum armen Mann gemacht hatten, von einer Pension Maria Theresias und ist dort 1747 gestorben. Antonio Maria ist im Schatten seines erfolgreichen Bruders geblieben. 1713 kehrte er von Wien nach Italien zurück, von 1721 bis zu seinem Tod 1726 wirkte er in seiner Vaterstadt Modena als Kapellmeister des Herzogs von Este.

Drei Kantaten von Antonio Maria Bononcini mischen sich auf dieser CD mit einer Kantate und Instrumentalmusik aus der Feder Giovannis Battistas zu einem gelungenen Doppelporträt des Bruderpaars. Dass der Akzent dabei ein wenig stärker auf dem Werk des Jüngeren liegt, kann aufgrund des Schattendaseins Antonio Marias nur erfreuen, zeigt er sich doch als absoluter Meister der Kantate, jenes barocken Genres der dramatischen Miniatur, in dem sich alle Affekte, die auf der Opernbühne ihren großen Auftritt haben, in raffinierter, verfeinerter Form wiederfinden. 2004 hatte der Sopranist Radu Marian gemeinsam mit Gunar Letzbor und dessen Ars Antiqua Austria bereits eine CD mit Kantaten von Antonio Maria Bononcini eingespielt. Mit der Kantate Mentre in placido sono findet sich die Gelegenheit zu einem Direktvergleich, den Ulrike Hofbauer und das Ensemble La Ninfea in allen Punkten für sich entscheiden können: Wo Hofbauer dramatisches Temperament entwickelt, kommt bei Marian der Eindruck dekadenter Maniriertheit auf, und selbst die Aufnahmetechnik der österreichischen Alternative kann durch gar zu viel Kathedralakustik mit dem angenehm präsenten Klangbild der gegenwärtigen CD nicht mithalten.

Für die musikalische Gestaltung durch Ulrike Hofbauer und das Ensemble La Ninfea gilt genau das, was mich 2010 bei dem Komponistenporträt Giovanni Battista Bononcinis durch Cyril Auvity und das Ensemble L'Yriade begeisterte: in beiden Einspielungen wird der Musikfreund mit herrlichen Interpretationen belohnt ? traumwandlerische Stilsicherheit verbindet sich ideal mit gestalterischem Engagement! Klanglich scheint mir diese Co-Produktion zwischen Thorofon und Radio Bremen der älteren Aufnahme sogar noch ein wenig überlegen. Kurzum: eine sensationelle CD!

Detmar Huchting (21.03.2012)

Künstlerische Qualität:

10

Bewertungsskala: 1-10

Klangqualität:

10

Gesamteindruck:

10

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