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CD-Besprechung

Mahler

Symphony No. 2

Avi-music 8553485

1 CD • 81min • 2019

02.04.2021

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Nach einem etwas verhaltenen Beginn entfaltet sich unter Adam Fischers Händen eine hochdramatische, gleichwohl in jedem Takt atmende Interpretation des Kopfsatzes von Mahlers Auferstehungssinfonie. Gerade in der Verknüpfung von emotionalem Druck und formaler Übersicht liegen die Stärken von Fischers Deutung: Jede Temposchwankung wird befolgt, ohne dass jedoch die Relationen in die Schieflage geraten und das Gebilde auseinanderfällt. Das schaffen nicht alle von Fischers Kollegen – auch eingeschworene Mahlerianer nicht immer. Fischer hat – in den ruhigen Episoden – keine Angst vor Portamenti. Doch wirken diese niemals sentimental. Auch klanglich steht – noch – alles zum Besten.

Doppeldeutiges Intermezzo

Der positive Eindruck setzt sich in den Mittelsätzen fort. Im Andante comodo beschwören Fischer und die Düsseldorfer Symphoniker nicht nur äußerst überzeugend die Vision des Friedens einer längst vergangenen „guten alten Zeit‟, sondern zeigen auch, in den bewegteren Passagen, wie brüchig dieser Frieden doch eigentlich ist. So doppeldeutig ist dieser Satz selten erklungen. Und diese Doppeldeutigkeit ergibt Sinn, denn für ein leichtgewichtiges Intermezzo – als solches wird er meist interpretiert – ist er schlicht zu lang. Das Scherzo überzeugt unter anderem durch den schön herausgearbeiteten Kontrast zwischen dem gleichmäßigen Getriebe des Hauptsatzes und des wie eine außerirdische Episode anmutenden Trompeten-Duos im Trio.

Überforderung des Raumes

Am Urlicht gibt es nichts auszusetzen, auch an der Solistin Nadine Weissmann nicht. Die Probleme beginnen im Finale. Zwar gelingt es Fischer, wie im ersten Satz, die Dramatik auf die Spitze zu treiben und jede einzelne Episode des Infernos mit spezifischem Leben zu erfüllen. Doch klanglich ist es nicht durchweg zum Besten bestellt. Das liegt zum einen natürlich an der Tatsache, dass es sich um eine Live-Aufnahme handelt. Das allmähliche Näherrücken des Fernorchesters, wie es in diesem Satz gefordert ist, lässt sich eigentlich nur durch eine Studioeinspielung angemessen realisieren. Hier bleibt es: fern. Hinzu kommt, dass die Tonhalle Düsseldorf, wo die Aufnahme entstand, für Chor- und Orchester-Repertoire in Riesenbesetzung im Grunde nicht geeignet ist. Schon im rein orchestralen ersten Teil des Finales hat man gelegentlich das Gefühl einer Überforderung des Raums, und dieser Eindruck verstärkt sich dann noch in den letzten Minuten, wenn sich außer Chor und gigantischem Orchester auch noch die Orgel zu Wort meldet. Und der an und für sich großartige Städtische Musikverein Düsseldorf hat auch schon einmal perfekter geklungen als ausgerechnet in dieser Einspielung.

Sehr gut, aber nicht Spitze

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Dies ist immer noch eine sehr gute Aufnahme von Mahlers Zweiter. Den metaphysischen Aspekt der Partitur verwirklicht Fischer überzeugender als zum Beispiel unlängst Osmo Vänskä (BIS). Doch klanglich ist die Einspielung nicht in den allerobersten Rängen angesiedelt. Und bei einem Werk, für dessen überzeugende Realisierung die klangliche Ebene eine derart wichtige Rolle spielt, ist dies ein Manko – ein kleines vielleicht, aber ein spürbares dennoch. Eine Bemerkung am Rande: Das Booklet gibt fünf Tracks an; es sind aber sechs. Der letzte beginnt mit Einsatz des Chores und dauert 14 Minuten.

Thomas Schulz [02.04.2021]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Gustav Mahler
1Sinfonie Nr. 2 c-Moll (mit Sopransolo, Altsolo und gemischtem Chor nach Worten aus "Des Knaben Wunderhorn" und von Klopstock/Mahler) 01:21:01

Interpreten der Einspielung

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