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CD-Besprechung

Leopold Anton Kozeluch

Piano Trios Vol. 3

cpo 555 096-2

1 CD • 58min • 2015, 2016

13.07.2020

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Die Gattung des Klaviertrios entwickelte sich gegen 1770 aus der „begleiteten Klaviersonate“, die in Frankreich bereits seit dem Jahrhundertbeginn gelegentlich gepflegt wurde. Maßgeblich an dieser Entwicklung war der britische Verleger Robert Bremner beteiligt, der nach dem großen Erfolg der Sonten op. 10 von Johann Christian Bach an Haydn und Carl Philipp Emanuel Bach herantrat und Werke für Klavier mit Begleitung von Violine und Cello beauftragte. Dazu schreibt C. P. E. Bach 1775 in einem Brief an J. N. Forkel: „Ich habe endlich doch müßen jung [d. h. modern] thun, u. Sonaten fürs Clavier machen, die man allein, ohne etwas zu vermißen, und auch mit einer Violin und einem Violoncello begleitet blos spielen kan und leicht sind“.

Bindeglied zwischen Haydn und Beethoven

So einfach kann man es sich bei den 1786/87 entstandenen Trios von Leopold Kozeluch – der Name bedeutet im Deutschen „Lohgerber“ – nicht mehr machen. Zwar stützt auch hier das Cello noch häufig die Bässe des spieltechnisch durchaus anspruchsvoll behandelten Klaviers, doch im F-Dur-Trio P.IX:12 kommt es besonders im langsamen Satz zu einem Duett zwischen Violine und Cello, das vom Klavier begleitet wird. Der Unisono-Beginn des c-moll-Trios weist bereits auf Beethovens op. 1,1 voraus. Das A-Dur-Trio ist konservativ-galanterer Natur. Der Komponist war ein formidabler Klavierist und scheint die Trio-Form geschätzt zu haben, denn er verfasste neben mehr als 50 Solosonaten über 60 Trios mit Violine und Cello. Ihn ereilte das Schicksal aller leicht Schaffenden, so dass er nach seinem Tode als „Vielschreiber“ abgetan wurde. Langsam beginnt man seine Werke dankenswerterweise wiederzuentdecken.

Ersteinspielung reizvoller Werke

Das Trio 1790 musiziert die Werke sehr korrekt. Wiederholungen werden unverändert ausgeführt, was im späten 18. Jahrhundert ganz sicherlich als Fauxpas angesehen worden wäre. Dies ist in den sehr sauber artikulierten und flott genommenen schnellen Sätzen kein Problem, stört jedoch bei den Siciliano-Variationen des A-Dur-Trios. Trotz dieser Einwände ist die Ersteinspielung dieser Werke eine anregende Bereicherung des Kammermusikrepertoires.

Die Klangtechnik stellt die Instrumente schön in den Raum. Der Booklet-Text ist informativ und bietet gute analytische Hörhilfen.

Fazit: Ersteinspielung durchaus reizvoller Werke im unkomplizierten Stil der Haydn-Trios. Pflicht für Hausmusiker mit einem befähigten Pianisten. Durchaus auch für „Jugend musiziert“ in Betracht zu ziehen. Reizvoll für alle Kammermusikfreunde und solche, die es noch werden wollen.

Thomas Baack

Thomas Baack [13.07.2020]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Leopold Kozeluch
1Klaviertrio A-Dur P IX:8 00:20:10
4Klaviertrio c-Moll P IX:11 00:18:05
7Klaviertrio F-Dur P IX:12 00:19:36

Interpreten der Einspielung

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