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CD-Besprechung

Ignaz Pleyel Piano Trios

cpo 777 544-2

1 CD • 72min • 2007, 2008

06.06.2011

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Joseph Haydns verbürgte Wertschätzung für seinen 25 Jahre jüngeren Schüler und Komponisten-Kollegen Pleyel ist keine schlechte Empfehlung. Die beiden stritten anno 1791 in Freundschaft um die Anerkennung des Londoner Publikums, banden in ihren Konzerten Werke des „Freund-Feindes" in ihre Konzertprogramme ein, reagierten – wie etwa Haydn mit seiner „Concertante" (Hob. I:105) – auf eine aktuelle Produktion seines konkurrierenden Gegenüber. Dies und vieles mehr ist im Begleithefttext von Andreas Friesenhagen nachzulesen – in umfassender Ergänzung zu den Einspielungen des Trios 1790 in der Besetzung mit Annette Wehnert (Violine), Imola Gambas, Jennifer Morsches (Violoncello) und Harald Hoeren (Fortepiano).

Das sozusagen datumsfixierte, mit alternativen Cellistinnen arbeitende Trio gibt sich als echt von Pleyels Musik inspiriertes Ensemble zu erkennen. Mit energischem Zugriff wenn nötig, sinnierend in den verhaltenen Passagen, durchleuchten und linieren diese Instrumentalisten eine Musik, die in den Grenzbereichen von hausmusikalischer Güte und professionellem Anspruch durchaus mit Haydns Klaviertrio-Schaffen zu vergleichen ist. Diese Musik macht Freude mit ihren heiteren, unbekümmerten Passagen und Sätzen, sie verhehlt aber auch nicht die dunkleren Seiten des Musikempfindens. Und favorisiert werden – wie bei Haydn und Beethoven – gelegentlich auch volkstümliche Elemente. Der zweite Satz des A-Dur-Trios (Ben 448), ein „Rondo Ecossais" nach luftig-duftigen Allegretto scherzando-Regeln, führt den Hörer in schottische Gefilde. Pleyel zeigt hier nicht nur Gespür für bodenständigen musikantischen Unter- und Hintergrund, sondern auch sein Vermögen, solche Zugeständnisse an den breiteren Publikumsgeschmack auf hohem kompositorischen Niveau in den Ablauf eines größeren kammermusikalischen Zusammenhanges zu verweben.

Wen immer es nach gescheiter, zuweilen auch instrumental brillanter Kammermusik verlangt – vielleicht auch zur privaten Eigeninitiative! –, dem möchte ich diese Einspielung wärmstens empfehlen. Und dies auch in der Hoffnung, von den Trio 1790-Musikanten nicht zum letzten Mal zum Thema Ignaz Pleyel Erfreuliches gehört zu haben.

Peter Cossé † [06.06.2011]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Ignaz Pleyel
1Klaviertrio C-Dur Ben 441 00:21:08
4Klaviertrio e-Moll Ben 435 00:18:00
7Klaviertrio A-Dur Ben 448 00:14:28
10Klaviertrio f-Moll Ben 442 00:17:53

Interpreten der Einspielung

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