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CD-Besprechung

Encores

Romain Nosbaum

Piano

Encores

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 17.09.17

Ars Produktion ARS 38 236

1 CD/SACD stereo/surround • 67min • 2017

Kleine Dingen können auch entzücken, sagt man, aber oft haftet den kleinen Beigaben, mit denen sich Musiker am Ende eines Konzertes für den mehr oder weniger reichhaltigen Beifall bedanken, etwas Beiläufiges an. Manchmal passt die Zugabe – das wäre dann sozusagen der dramaturgische Idealfall – sogar gut in das programmatische Konzept des Abends, manchmal gibt es sie einfach aus einer Laune heraus, und manchmal ist sie nur noch der Rausschmeißer, der das Publikum je nach Situation eher besänftigen oder anheizen soll. Eine ganze CD mit solchem „Petitessen“ hat nun der Schweizer Pianist Romain Nosbaum gefüllt. Einen echten programmatischen oder biografischen Roten Faden sucht man allerdings vergebens, das liegt quasi schon in der Natur der Sache.

Das schmälert den künstlerischen Wert dieser Einspielung aber in keiner Weise, denn Nosbaums Spiel ist über jeden Zweifel erhaben. In gewisser Weise führt der Titel „Encores“ sogar ein bisschen in die Irre, denn eine beliebige Ansammlung der „Best of“-Werke des Zugabenrepertoires ist diese CD ganz gewiss nicht. Wie Nosbaum im Booklet ausführt, liegt den Stücken der Gedanke der Freiheit zu Grunde, ein weites Feld, das im Prinzip Alles oder Nichts bedeuten kann. Tatsache ist aber, dass sich alle Werke – bis auf vielleicht Albena Petrovic Vratchanskas diesen Rahmen etwas sprengende Komposition Surviving bridges of love – auch als Zugabe gut machen und in dieser Zusammenstellung ein sehr vielfältiges und unglaublich facettenreiches Programm ergeben.

Nosbaum bleibt dem Hörer auch pianistisch nichts schuldig. Er gibt – etwa mit Alexander Silotis das Original nach h-Moll versetzender Bearbeitung des e-Moll Präludiums aus J. S. Bachs Klavierbüchlein für Wilhelm Friedemann Bach – den sensiblen Tastenträumer, erkundet Claude Debussys delikate Klangwelten und widmet sich mit Berio, Glass und Takemitsu ebenso der Neuen Musik. Auch Albena Petrovic Vratchanskas für präpariertes Klavier geschriebenes Werk vermag zu faszinieren, Nosbaum spielt nicht nur hier mit pianistischer Chuzpe und außergewöhnlicher Differenziertheit. Vor allem die beiden Glass-Stücke bestechen durch eine gleichermaßen faszinierende wie vielgestaltige Gleichförmigkeit. So wirken auch diese Miniaturen interessant und am Ende bleibt ein überzeugender, weil stimmiger, Gesamteindruck.

Guido Krawinkel [17.09.2017]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Prelude h-Moll BWV 855a (Transkr.: A. Siloti) 00:03:28
2 S.E. Bortkiewicz Etüde op. 15 Nr. 9 00:01:51
3 S. Rachmaninow Vocalise op. 34 Nr. 14 (Transkr.: Z.Kocsis) 00:06:21
4 F. Poulenc Improvisation Nr. 13 a-Moll 00:02:28
5 C. Debussy Rêverie 00:04:29
6 Nocturne 00:06:28
7 Brouillards 00:02:52
8 Feuilles mortes 00:03:31
9 Ondine 00:03:36
10 Feux d'artifice 00:04:59
11 L. Berio Wasserklavier 00:01:56
12 Ph. Glass Etude Nr. 9 00:03:02
13 Etude Nr. 16 00:04:15
14 T. Takemitsu Romance 00:04:07
15 Rain Tree Sketch II 00:03:42
16 Petrovic Vratchanska Surviving bridges of love 00:09:25

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Romain Nosbaum Klavier
 
ARS 38 236;4260052382363

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