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CD-Besprechung

A Noble and Melancholy Instrument

Music for Horns and Pianos of the 19th Century

A Noble and Melancholy Instrument

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 18.04.17

Klassik Heute
Empfehlung

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BIS 2228

1 CD • 66min • 2016

Die wechselseitige Beziehung von Komposition, Instrumentenbau und instrumentalen Spieltechniken ist ein weites Feld. Hier bedingt eins das andere, Neuerungen und Experimente auf einem Gebiet haben zwangsläufig auch Veränderungen in anderen Bereichen zur Folge. So steht die Entwicklung des modernen Konzertflügels etwa in direkter Beziehung zur Größe der Konzertsäle und auch die Klangvorstellungen des Orgelbauers Aristide Cavaillé-Coll haben sehr konkrete Auswirkungen auf die Musik der französischen Orgelromantik gehabt (und jeweils umgekehrt). Beispiele für wechselseitige Zusammenhänge gibt es also zu Hauf und diese CD ist ein besonders instruktives Beispiel dafür.

Zu hören sind Sonaten des 19. Jahrhunderts für Horn und Klavier von Beethoven bis Dukas, gespielt jeweils auf dem dafür passenden Instrumentarium. Ludwig van Beethovens F-Dur Sonate op. op. 17 etwa wird auf einem annähernd zur gleichen Zeit wie die Musik entstandenen Flügel der Wiener Schule und einem ventillosen Naturhorn gegeben, eine Villanelle von Paul Dukas auf einem Bechstein-Flügel mit gusseisernem Rahmen und einem französischen Horn mit Ventilen, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden ist.

Das ist absolut schlüssig und ermöglicht sowohl die Werke weitgehend in ihrer klanglichen Originalgestalt zu hören und gleichzeitig die Entwicklung der Instrumentenbaukunst hautnah mitzuverfolgen. Darüber gibt auch das aufschlussreiche Booklet Auskunft. Musikalisch ist hier alles ebenso schlüssig wie das Konzept. Der Hornist Alec Frank-Gemill und der Pianist Alasdair Beatson spielen durchweg ausgezeichnet, mit kantablem Schmelz ebenso wie mit krachendem Biss.

Vor allem das Hörerlebnis bei Beethovens Hornsonate dürfte aufschlussreich sein, da bei einem Naturhorn zahlreiche Töne „nur“ gestopft erzeugt werden können. Durch das Stopfen mit der Hand im Schalltrichter verändert sich der Klang aber erheblich. Das läuft heutzutage liebgewonnenen Hörgewohnheiten, die auf glattgebügelte Virtuosität geeicht sind, erst einmal zuwider, eröffnet aber den ungeschönten Blick auf die Klangwelt, über die seinerzeit der Komponist verfügte. Diesen Anspruch löst Alec Frank-Gemill wirklich ausgesprochen souverän ein – und darüber hinaus auch unglaublich schön, ebenso wie Alasdair Beatson. Fazit: eine herausragende CD.

Guido Krawinkel [18.04.2017]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L.v. Beethoven Hornsonate F-Dur op. 17 00:14:53
4 R. Schumann Adagio und Allegro As-Dur op. 70 für Horn und Klavier 00:09:02
6 F. Strauss Nocturno op. 7 00:05:35
7 G. Rossini Preludio, Tema e Vatiazioni 00:10:18
8 C. Saint-Saëns Romance E-Dur op. 67 für Horn und Klavier 00:07:46
9 A. Glasunow Rêverie Des-Dur op. 24 für Horn und Klavier 00:03:33
10 P. Dukas Villanelle für Horn und Klavier 00:06:44
11 G. Vinter Hunter's Moon 00:06:20

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Alec Frank-Gemmill Horn
Alasdair Beatson Klavier
 
2228;7318599922287

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