Bassoon Concertos
Françaix • Tomasi • Jolivet • Villa-Lobos

Ars Produktion 4260052381748
1 CD/SACD stereo/surround • 75min • 2013, 2014
29.10.2015
Künstlerische Qualität:
Klangqualität:
Gesamteindruck:
Klassik Heute
Empfehlung
Nach seiner zwei Jahre zurückliegenden und rundum überzeugenden Einspielung der Weber-, Mozart- und Hummel-Konzerte widmet sich Matthias Rácz nun dem 20. Jahrhundert – der Zeit, die das Fagott nach einer längeren Durststrecke als Soloinstrument wieder neu aufleben ließ. Ausgewählt hat der Solofagottist des Tonhalle-Orchesters Zürich und des Lucerne Festival Orchestra neben Heitor Villa-Lobos‘ Ciranda das sete notas für Fagott und Streicher vier Werke des französischen Repertoires: Jean Françaixs Konzert für Fagott und 11 Streicher sowie sein Divertissement für Fagott und Streichorchester, Henri Tomasis Konzert für Fagott und Streicher mit Harfe, schließlich das Konzert für Fagott, Streicher, Harfe und Klavier von André Jolivet. Es handelt sich dabei um Werke einer gemäßigt zu nennenden Moderne.
Das Programm bietet eine Vielzahl an Formen, Satzarten, tonalen Ebenen, Klangfarben und Stimmungen; eine Musik, die ständig ihr Gesicht zwischen meditativer Versenkung, vergnüglichem Übermut und theatralischer Extrovertiertheit wechselt; eine Musik voller Überraschungen und unerwarteter Wendungen, die es – im positiven Sinne – unentwegt in den Ohren klingeln lässt und ein Weghören nahezu unmöglich macht. Und ich kann es nur als Glücksfall bezeichnen, dass sich das überaus Geistreiche wie oftmals auch erstaunlich Unterhaltende dieser zwischen 1933 und 1979 entstandenen Musiken in dem nicht minder geist-, lust- und temperamentvollen, in einem hoch sensiblen und ausdrucksstarken Miteinander von Matthias Rácz und dem Stuttgarter Kammerorchester unter der Leitung von Johannes Klumpp widerspiegelt. Sei es die energiegeladene Schwere, die mal befremdliche, mal mystische, mal vom Jazz beeinflusste Tonsprache André Jolivets, seien es die exotisch farbenreichen Elemente oder das Kokettieren mit und launige Schwelgen in mediterranem Temperament innerhalt der Tomasi-Konzerte, sei es das virtuos Anmutige, das Humorvolle, das spritzig Intelligente oder das mitunter absichtsvoll Überzeichnete in den eng miteinander verwobenen Stimmführungen beider Françaix-Werke – Solist und Orchester bleiben bei aller Intensität ihres Vortrags stets geschmeidig, kommunizieren immer auf Augenhöhe und präsentieren ein jederzeit stimmiges und geschlossenes, ja tatsächlich perfektes Miteinander. Dass das fein timbrierte Spiel des 35-jährigen Solisten dazu noch in jeder Hinsicht makellos daherkommt, rundet das Bild dieser hörenswerten und auch klangtechnisch einwandfreien Produktion vollends ab.
Christof Jetzschke [29.10.2015]
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Komponisten und Werke der Einspielung
Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
---|---|---|
CD/SACD 1 | ||
Jean Françaix | ||
1 | Konzert für Fagott und 11 Streicher | 00:23:19 |
Henri Tomasi | ||
5 | Konzert für Fagott, Harfe und Streicher | 00:15:32 |
André Jolivet | ||
8 | Konzert für Fagott, Tiefe Streicher, Harfe und Klavier | 00:15:09 |
Heitor Villa-Lobos | ||
10 | Ciranda das sete notas für Fagott, 2 Violinen, Viola und Violoncello | 00:11:20 |
Jean Françaix | ||
11 | Divertissement für Fagott und Streichquintett | 00:09:06 |
Interpreten der Einspielung
- Matthias Rácz (Fagott)
- Stuttgarter Kammerorchester (Orchester)
- Johannes Klumpp (Dirigent)