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CD-Besprechung

Felix Mendelssohn Bartholdy

String Symphonies Vol. 1

cpo 777 942-2

1 CD • 65min • 2014

04.12.2015

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Dass sie das Werk eines erst zwölfjährigen Komponisten sind, hört man Felix Mendelssohn Bartholdys Streichersinfonien nicht an. Eher repräsentieren sie so etwas wie ein klassisches, mitunter klassizistisches Normalbild des historischen Komponierens der 1820er Jahre – ohne hörbare Berücksichtigung freilich des singulären Beethoven´schen Werkes. Zum Romantiker wurde Mendelssohn erst mit seiner offiziellen 1. Symphonie, die also eigentlich seine 13. ist.

Da paßt es hier einmal besonders gut, dass das L´Orfeo Barockorchester unter seiner Leiterin Michi Gaigg auf alten Instrumenten spielt, ergänzt auch durch einen durchgängig begleitenden Hammerflügel. Deutlich wird, nicht zuletzt eben auch klanglich-atmosphärisch, dass der Knabe bereits makellos schreibt, besonders einen guten Kontrapunkt, aber noch eine eher allgemeine Sprache spricht, eher von etüdenhaftem Charakter. Das heißt nicht, dass er nicht auch schon Witz und Sinn für ansprechende Situationen hat. Da sind etwa das geheimnisvoll raunende Andante aus der 1. Symphonie C-Dur, die schroffe Jagd im Kopfsatz der 3. Symphonie e-Moll, das an den mittleren Haydn erinnert, die gravitätisch barockisierende Einleitung zur 4. Symphonie c-Moll oder das entrückte Trio des Menuetts aus der 6. Symphonie Es-Dur.

Mit dieser Produktion legen die 15 Linzer Musiker, im Gegensatz zu anderen Ensembles wie Concerto Köln auf Teldec oder die Nieuw Sinfonietta Amsterdam auf BIS in den 1990er Jahren nicht gleich eine Gesamteinspielung vor, sondern nur die ersten sechs Konzerte. Das kann man als äußeres Zeichen dafür werten, wie sorgfältig hier gearbeitet wurde. Mendelssohn war damals sehr sparsam mit dynamischen und artikulatorischen Zeichen; die Ensembleleiterin Michi Gaigg läßt hier, mit vielen Ergänzungen, etwa Crescendi und Decrescendi, sehr phantasievoll phrasieren und entlockt ihrem Ensemble wunderbare streicherisch-farbliche Effekte. Somit entpuppen sich die Studien als sehr kurzweilige Jugendwerke – man kann sich auf die zweite Folge freuen.

Dr. Michael B. Weiß [04.12.2015]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Felix Mendelssohn Bartholdy
1Streichersinfonie Nr. 4 c-Moll 00:09:21
4Streichersinfonie Nr. 3 e-Moll 00:08:19
7Streichersinfonie Nr. 1 C-Dur 00:11:31
10Streichersinfonie Nr. 2 D-Dur 00:11:45
13Streichersinfonie Nr. 5 B-Dur 00:11:27
16Streichersinfonie Nr. 6 Es-Dur 00:11:35

Interpreten der Einspielung

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