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CD-Besprechung

Franz Schubert Piano Works Vol. 9

hänssler CLASSIC 98.571

1 CD • 56min • 2009

02.04.2013

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Man soll sich – das lehrt die Erfahrung – bei der Betrachtung und Bewertung von musikalischen Neuerscheinungen nur bedingt auf die Hör- und Duftmarken der Kollegen verlassen. Im Fall von Gerhard Oppitzë großangelegtem Schubert-Projekt, dessen neunte Folge vorliegt, habe ich mir ausnahmsweise einmal gezielt die benachbarten Rezensionen aus den verfügbaren Fachzeitschriften und Fachblättern herausgesucht. Freilich soweit sie nicht deutlich von den Produzenten redigiert sind und in Wahrheit redaktionell verbrämte Werbeeinschaltungen darstellen. In diesem Fall indes ist es durchaus betrüblich, wenn sich viele Stellungnahmen mit jenen der Eigenen decken, die ich in mehreren Rezensionen bald vorsichtig, bald drastischer zu Papier und zu Website gebracht habe. Oppitz' Schubert-Spiel und -Empfinden, zudem die klangliche und aufnahmetechnische Umsetzung der in loser Folge publizierten Einzel-CDs waren und sind bis jetzt also so etwas wie akustische Wegbegleiter über einen längeren Zeitraum hinweg. Und immer wieder habe ich eine neue Ausgabe in der Hoffnung ausgepackt, es würde sich in des Pianisten Darstellung von größeren und kleineren Werkeinheiten etwas ändern. Nicht unbedingt Entscheidendes, aber doch etwas in den überschaubaren Bandbreiten von Umfärbung, Impulsgebung bis hin zu einer merklichen Revidierung des klanglichen Gesamtkonzepts.

Leider bleibt mir nichts anderes übrig, als dem Leser und damit auch dem eventuellen Hörer mitzuteilen: Oppitz und sein Aufnahmeteam sind sich leider treu geblieben. Das heißt: der Klavierklang ist räumlich eher undefiniert geblieben, er wirkt gealtert, allenfalls vertretbar im Gedenken an das Aroma Schubertscher Hammerflügel. Dies alles aber wäre nicht so spürbar, wenn Oppitz als Spieler, als Gestalter, als Übersetzer und Botschafter der ihm anvertrauten Partituren stärker das Wärmende vom Kühlenden, das Harte vom Weichen trennen würde. Es weht der Atem des Beliebigen durch diese immerhin sehr abwechslungsreich und originell gewählte Werkfolge. Oppitz unterlässt es – bewusst oder unbewusst – in den verschiedenen Satz-, Tanz- und Marschcharkteren sozusagen Stellung zu beziehen, sich gleichsam aus der Deckung gepflegter, gesicherter Routine heraus zu begeben. Dies weder in den dynamischen Abwägungen, noch in der Ausformung melodischer Linien im Wechselspiel von Lyrik und dramatischer Pointierung. Ich hebe hier nur die Einspielungen der Sonatenkomplexe D 459 und D 557 heraus, mit denen Wilhelm Kempff eine Fülle von lichten und schattierten Details heraus gearbeitet hat, ohne jedoch auch nur einen Takt an „Arbeit" denken zu lassen.

Diese Folge 9 wirkt also insgesamt routiniert absolviert, tendenziell ein wenig stoisch in der musiksprachlichen Akzentgebung. Ihr Wert besteht somit in erster Linie im rein Literarischen, denn die drei Klavierstücke D 459A samt zweisätzigem Sonatenvorspann D 459, aber auch die hier beachteten Märsche und das cis-Moll-Menuett sind nicht allzu oft zu erleben, wobei manche ältere LP-Einspielungen nicht auf CD übertragen worden oder überhaupt längst außer Griffweite sind.

Vergleichseinspielungen: D 459 und D 557: Kempff (DG 423 496-2); D 459: Weichert (Accord 149159), Schuchter (Tudor 741/43), Vermeulen (Etcetera KTC 1332), Farkas (Gramola 98929/30); D 820: Zacharias (MDG 9401440-6), Zitterbart (Clavier 02).

Peter Cossé † [02.04.2013]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Schubert
1Klaviersonate As-Dur D 557 00:14:20
46 Deutsche Tänze D 820 00:08:18
5Menuett cis-Moll D 600 00:01:20
6Marsch h-Moll D deest 00:03:25
7Marsch E-Dur D 606 00:04:55
8Klaviersonate E-Dur D 459 00:13:09
10Klavierstück D 459A Nr. 1 – Allegro 00:08:24
11Klavierstück D 459A Nr. 2 – Scherzo allegro 00:04:02
12Klavierstück D 459A Nr. 3 – Allegro patetico 00:08:10

Interpreten der Einspielung

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