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CD-Besprechung

Die Michaelsorgel

Die Michaelsorgel

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 06.12.12

Querstand VKJK 1216

1 CD • 62min • 2012

Schon 1559, 19 Jahre nach Bestätigung des Jesuitenordens durch Papst Paul III., rief Herzog Albrecht V. die Jesuiten zur Gründung einer Schule nach München, unter dem Nachfolger Wilhelm V. entstanden 1583-97 Kirche und Kolleg St. Michael. Die Kirche hat seit ihrer Erbauung verschiedene Orgeln beherbergt, der Prospekt der heutigen Orgel wurde im 17. Jahrhundert entworfen. Im zweiten Weltkrieg wurde St. Michael durch Bomben schwer zerstört. Der Wiederaufbau der Kirche zog sich bis in die 1980er Jahre hin; 1966 und 1982/83 entstanden neue Orgeln. Das heutige Instrument wurde 2011 von der Orgelbaufirma Rieger aus Vorarlberg/Österreich gebaut – unter Verwendung eines Großteils des Pfeifenmaterials der Sandtner-Orgel (1982/83) und um ein deutsches Schwellwerk erweitert.

Seit 2008 ist der aus Bozen gebürtige Peter Kofler Organist an der Michaelskirche, er zeigt mit einem Programm von Musik vom 17. bis zum 20. Jahrhundert die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten seines neuen Instruments, auf dessen Klangfülle er allen Anlass hat, stolz zu sein. Von Nikolaus Bruhns über Vater und Sohn Bach (der Sohn ist Carl Philipp Emanuel), Felix Mendelssohn Bartholdy und Charles-Marie Widor bis hin zu Marcel Dupré erstreckt sich der umfangreiche Spaziergang durch die Orgelgeschichte der letzten 300 Jahre. Zwei Stücke der CD sind ursprünglich für Klavier geschrieben: Mendelssohns Variations sérieuses op. 54 erklingen in Martin Schmedings feinfühliger Bearbeitung, Marcel Dupré, einer der Großmeister der französischen Orgelmusik des 20. Jahrhunderts, hat seine Cortège et Litanie op. 19,2 selbst für Orgel eingerichtet.

Peter Kofler zeigt, dass er im besten Sinn den Titel eines Virtuosen verdient – Fingerfertigkeit und Feingefühl gehen jene innige Verbindung ein, die der Musik in hohem Maß zugute kommt. Eine farbige Registrierung gibt dem Instrument die Möglichkeit, die Vielfalt seiner Stimmen zu zeigen.

Beim Klangbild macht sich gelegentlich ein Eindruck von Orgelklang im Hall einer leeren Kirche negativ bemerkbar, so dass beispielsweise bei Mendelssohns Variations sérieuses die schnellen Läufe verschwimmen.

Detmar Huchting [06.12.2012]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Präludium und Fuge A-Dur BWV 536 00:06:10
3 N. Bruhns Nun komm, der Heiden Heiland 00:10:00
4 C.Ph.E. Bach Sonate a-Moll Wq 70/4 für Orgel 00:12:31
7 F. Mendelssohn Bartholdy Variations sérieuses d-Moll op. 54 (Orgelfssg.: Martin Schmeding) 00:15:18
8 M. Dupré Cortège et litanies op. 19 00:07:08
9 Ch.-M. Widor Sinfonie Nr. 5 f-Moll op. 42 Nr. 1 (1. Satz: Allegro vivace) 00:10:58

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Peter Kofler Orgel
 
VKJK 1216;4025796012163

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