Anzeige

Teilen auf Facebook RSS-Feed Klassik Heute
Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

CD-Besprechung

Schubert Klavierwerke Vol. 5

hänssler CLASSIC 98.520

1 CD • 67min • 2009

24.12.2010

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Gerhard Oppitz scheint sich in einer künstlerischen Phase des Auspendelns, der verhaltenen Botschaft, weniger höflich ausgedrückt: der gelangweilten Routine zu befinden. Die in ihren Satz-Charakteren extrem ausgeprägte, ja zugespitzte a-Moll-Sonate wirkt bei Oppitz geglättet, zuweilen geradezu desinteressiert angefasst und übermittelt. Die Schroffheiten des Kopfsatzes – bei Gulda, auch bei Richter, sogar in der züchtigeren Haebler-Einspielung auf Unmissverständlichkeit, auf Ungemütlichkeit hin justiert –, diese harten Schläge eines nicht näher benannten Schicksals scheinen Oppitz nicht zu klarer Aussage herauszufordern. Immerhin muss man ihm zugute halten, dass die Aufnahme- und Klangregie ein geradezu bestürzend halliges, pauschales Klangbild favorisiert hat. Unverständlich für mich angesichts der heute zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten. So legt sich über das Spiel des Pianisten ein einem Schleier ähnliche Verklärung, der jedoch der Sache nicht dienlich ist. Möglich, dass diese Klangästhetik den Vorstellungen des Interpreten und des Produzenten entspricht, aber für mein Empfinden mindert dieser Schummer-Sound das spontane Hörinteresse. Auch der Klavierklang wirkt dadurch unangemessen verfärbt – vielleicht im Sinne einer häuslichen Schubertiade im alten Stil, veranstaltet seinerzeit auf nicht gerade perfekt gewarteten Instrumenten …

Im Verlauf der H-Dur-Sonate fällt Oppitzí verhaltenes Zeitmaß im Scherzo auf. Aber auch in den anderen Sätzen ist es schwer, eine persönliche „Handschrift" zu erkennen, also ein musikantisches Entweder-Oder. Das heißt: Ich vermisse auch hier jene Signale eines Künstlers, der uns mitteilt, es handelte sich in den Phasen selbst einer Studio-Aufzeichnung um die wichtigsten Momente seiner gerade geforderten (und sicher auch gewünschten) Schubert-Auseinandersetzung.

Vergleichsaufnahmen: D 845: Gulda (Amadeo 472 832-2), Richter (Eurodisc; IDIS 6584 /früher Decca), Haebler (Philips 456 367-2 ), Brendel (Philips; Euroarts 2056558 / DVD 1976/77/ mit Einführung).

Peter Cossé † [24.12.2010]

Anzeige

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Schubert
1Klaviersonate H-Dur D D 575 00:25:28
5Klaviersonate a-Moll op. 42 D 845 00:41:10

Interpreten der Einspielung

Vorherige ⬌ nächste Rezension

02.04.2013
»zur Besprechung«

Franz Schubert Piano Works Vol. 9 / hänssler CLASSIC
"Franz Schubert Piano Works Vol. 9 / hänssler CLASSIC"

16.02.2010
»zur Besprechung«

Franz Schubert: Piano Works Vol. 4 / hänssler CLASSIC
"Franz Schubert: Piano Works Vol. 4 / hänssler CLASSIC"

zurück zur Liste

Das könnte Sie auch interessieren

21.10.2016
»zur Besprechung«

Michael Gielen Edition 3, Aufnahmen 1989-2005 / SWRmusic
"Michael Gielen Edition 3, Aufnahmen 1989-2005 / SWRmusic"

25.08.2014
»zur Besprechung«

Franz Schubert Piano Works Vol. 12 / hänssler CLASSIC
"Franz Schubert Piano Works Vol. 12 / hänssler CLASSIC"

26.02.2014
»zur Besprechung«

Franz Schubert Piano Works Vol. 11 / hänssler CLASSIC
"Franz Schubert Piano Works Vol. 11 / hänssler CLASSIC"

03.10.2013
»zur Besprechung«

Schubert Klavierwerke Vol. 10 / hänssler CLASSIC
"Schubert Klavierwerke Vol. 10 / hänssler CLASSIC"

Anzeige

Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Anzeige