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CD-Besprechung

Brett Dean

Water Music

Brett Dean

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 16.10.09

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BIS 1576

1 CD • 75min • 2006, 2007

Die hier vorgelegte Anthologie bietet interessante Einblicke in das Schaffen des Australiers Brett Dean (Jg. 1961). Gleichwohl sind die vier vorgestellten Werke nicht durchweg hochwertig, stricken- und teilweise sogar recht beliebig. Die Pastoral Symphony (2000, rev. 2002) stellt laut Booklet einen Appell gegen die Umweltzerstörung dar. In dem viertelstündigen Werk kommen unter anderem die gesampleten Stimmen von fünf verschiedenen Vögeln zu Wort, die über kargen Klangflächen auffliegen und gegen Ende verstummen. Solche Programmtik läuft immer Gefahr, beliebig zu wirken: Würde man es nicht erklärt bekommen, könnte es sich ebenso um eine Hommage an die Vögel eines Messiaen oder Rautavaara handeln (von dessen Cantus Arcticus Deans Sinfonie durchaus Anregungen empfangen haben dürfte) – oder an die eines Hitchcock. Die “Anklage gegen die Umweltzerstörung” läßt sich der Musik jedenfalls nicht entnehmen.

Water Music (2004) ist ein dreisätziges Konzert für vier Saxophone und Kammerorchester, wieder mit ökologischem Anspruch: Angesichts drohender weltweiter Wasserknappheit endet das Stück mit dem Satz “verdorrte Erde”, nachdem zuvor Blubbern und Rauschen reflektiert wurden. Angeblich ist das Stück vom “flüssigen Klang” des Raschèr Saxophone Quartet inspiriert, aber dessen eigentliche Stärke kommt in der Musik kaum zum Tragen: Die Raschèrs verwenden nämlich Instrumente, die der originalen Bauweise von Sax folgen, deren birnenförmige Windkanäle im Mundstück einen einzigartig aufblühenden Klang erzeugen, besonders geeignet für Melodiebildungen und aufgehende Klangflächen. Doch gerade die findet man in Water Music kaum; stattdessen dürfen die Raschèrs nach Herzenslust trillern, blubbern und stottern. Würde das Stück auf konventionellen Saxophonen gespielt, die gerade gebohrte Klarinettenmundstücke verwenden, wäre der Klang des Werkes kaum anders …

Interessant und innovativ wirkt hingegen Carlo für Streicher, Sampler und Tape (1997). Zur besonderen Wirkung tragen vor allem Auszüge aus Vokalwerken des Renaissance-Komponisten Carlo Gesualdo di Venosa vom Band bei, die hier mit Samples und vielschichtigen Streicherklängen kommentiert, aufgegriffen und transformiert werden. Spielfreudig geben sich die für die Flötistin Sharon Bezaly komponierten Siduri Dances (2004/rev. 2007), benannt nach einer Göttin aus dem Gilgamesch-Epos. Das nur von Streichern begleitete Stück wartet mit einer Vielzahl zeitgenössischer Spieltechniken für die Flöte auf und erfreut den Zuhörer mit Abwechslungsreichtum und Virtuosität. Sharon Bezaly liefert hier eine Glanzleistung ab. Mit dem Swedish Chamber Orchestra hätte Dean kaum ein besseres Orchester gewinnen können; auch der Komponist und Dirigent dieser Aufnahme, HK Gruber, setzt sich nachdrücklich für seinen Kollegen ein (Dean selbst dirigiert nur die Siduri Dances). Der Klang ist, wie immer bei BIS, vorzüglich. Doch halten sich die Momente, in denen Deans Musik wirklich zu berühren vermag, in Grenzen.

Dr. Benjamin G. Cohrs [16.10.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 B. Dean Pastoral Symphony 00:17:07
2 The Siduri Dances 00:12:10
3 Water Music 00:24:12
6 Carlo - Musik für Streicher, Sampler und Tonband 00:20:06

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Sharon Bezaly Flöte
Raschèr Saxophone Quartet Saxophonquartett
Swedish Chamber Orchestra Orchester
HK Gruber Dirigent
Brett Dean Dirigent
 
1576;7318590015766

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