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CD-Besprechung

Max Bruch

Swedish & Russian Dances

cpo 777 385-2

1 CD • 58min • 2003, 2004

17.02.2009

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Der Umstand, dass das Label cpo für diese Veröffentlichung auf eine fünf Jahre alte Produktion mit dem damaligen Rundfunkorchester des Südwestfunks Kaiserslautern (das inzwischen mit dem Rundfunksinfonieorchester Saarbrücken zur „Deutschen Radiophilharmonie“ fusioniert wurde) zurückgreift, wirft ein bezeichnendes Licht auf das getrübte Verhältnis heutiger Interpreten und Konzertveranstalter zur Musik von Max Bruch. Abgesehen von dem g-Moll-Violinkonzert als diskographischem Evergreen ist das umfangreiche Oeuvre des einstmals Gefeierten weitgehend in der Versenkung verschwunden, woran auch einzelne Einspielungen und konzertante Wiederbelebungsversuche wenig ändern konnten.

Natürlich gibt es in Bruchs Schaffen – wie in dem der meisten seiner Kollegen – Werke von unterschiedlicher Qualität. Dass jedoch die gegenwärtig geübte generelle Abstinenz keineswegs gerechtfertigt ist, macht die vorliegende CD mit Nachdruck deutlich. Hier, im Umgang mit schlichten Volksmelodien, abseits vom Streben nach Monumentalität und Bombast, manifestieren sich die Stärken des Komponisten: Da ist ein sicherer Instinkt für die Auswahl der Themen, großes Geschick bei der Gestaltung der einzelnen Sätze wie bei deren Zusammenfassung zu einer zyklischen Einheit und eine gekonnte, fantasievolle Instrumentierung. Bruch hatte nach eigenen Worten einen „heillosen Respect vor der Gewalt, Einfachheit und Schönheit echten Volksgesangs“. Wie stark ihn vor allem nordische Weisen inspirierten, belegen die 1892 ursprünglich für Violine und Klavier komponierten und anschließend für Orchester gesetzten Schwedischen Tänze ebenso wie die späte Streicher-Serenade von 1916. Beide hätten ebenso einen festen Platz im Repertoire verdient wie die mit einem eindrucksvollen Trauermarsch und einem schmetternden Finale über den „Gesang der Wolgaschiffer“ aufwartende Suite nach russischen Volksmelodien.

Was die vorliegende Veröffentlichung betrifft, so ist cpo der Griff ins Archiv des SWR nur zu danken. Die Wiedergabe unter Werner Andreas Alberts energisch zupackender Leitung ist von hohem Niveau und rückt die Reize der Kompositionen ins rechte Licht. Wer immer sich über das berühmte Violinkonzert hinaus ein Bild von Max Bruch machen will, dem sei diese gelungene Zusammenstellung wärmstens empfohlen.

Sixtus König † [17.02.2009]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Max Bruch
1Suite nach russischen Volksmelodien op. 79b für großes Orchester 00:19:02
7Serenade nach schwedischen Melodien c-Moll für Streichorchester (op. posth.) 15:21:00
12Schwedische Tänze op. 63 (Orchestersuite Nr. 1) 00:11:29
20Schwedische Tänze op. 63 (Orchestersuite Nr. 2) 00:11:55

Interpreten der Einspielung

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