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CD-Besprechung

Airs and Graces
Scottish Tunes and London Sonatas

Airs and Graces<br />Scottish Tunes and London Sonatas

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 13.02.09

Klassik Heute
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BIS BIS SACD 1595

1 CD/SACD stereo/surround • 66min • 2005

Das London des frühen 18. Jahrhunderts war eine überaus lebendige Musik-Metropole. Die Nachfrage eines immer selbstbewusster aufstrebenden Bürgertums nach gehobener Unterhaltung und damit nach Opernaufführungen, Konzerten, Notenausgaben und Instrumenten war immens und kaum zu sättigen. Schon aus den legendären geheimen Tagebuchaufzeichnungen von Samuel Pepys (1660–1669) wissen wir, wie beliebt gerade bei Amateurmusikern die Blockflöte war. Dies sollte sich in England auch in den folgenden Jahrzehnten nicht ändern, und so nimmt es nicht wunder, dass geschäftstüchtige Musikverleger wie etwa John Walsh den Markt mit einer Fülle von Ausgaben originaler, vor allem aber auch für die Blockflöte eingerichteter Werke geradezu überschwemmte.

Die vorliegende Sammlung Airs and Graces bietet ein recht charakteristisches Abbild der musikalischen Vielfalt, durch die sich die englische Metropole im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts auszeichnete. Nicht ganz zufällig kam zur selben Zeit auch die Verwendung typischer Motive und Wendungen aus der schottischen Folklore in Mode, hatte doch die Vereinigung Schottlands mit England 1707 neue und reiche Möglichkeiten des kulturellen Austauschs eröffnet.

Dan Laurin und das Ensemble Parnassus Avenue führen den Hörer mit Können und Geschmack durch diese spannende Zeit. Der überwiegende Teil der eingespielten schottischen Weisen entstammt der 1742 veröffentlichten Sammlung Collection of Old Scots Tunes des in England wirkenden italienischen Oboisten, Flötisten und Komponisten Francesco Barsanti. Darüber hinaus sind Werke von Stanley, Händel, Geminiani und Roman zu hören. Allein die Liste dieser Namen deutet darauf hin, dass London – damals wie heute – eine besonders weltoffene Stadt gewesen ist; die wichtigsten und einflussreichsten Musiker und Komponisten waren schließlich „Zugereiste“, meist aus Italien.

Neben den in ihrer ehrlichen, unverstellten Schlichtheit rührenden schottischen Volksweisen beeindrucken wieder einmal Dan Laurins tonliche Wärme, unverwechselbare Persönlichkeit und die zwingende Intensität seines Spiels. Nicht zu vergessen allerdings auch Tanya Tomkins’ ebenso leidenschaftliches wie kantables Cellospiel in Geminianis Sonate op.5 Nr. 3. Aufregende Musik!

Aufnahmequalität wie Sorgfalt bei der Edition des Beiheftes entsprechen dem gewohnt hohen BIS-Standard. Eine CD, die das Herz eines jeden Barockmusikfreundes höher schlagen lässt!

Heinz Braun [13.02.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 Anon. Lord Aboynes Welcome or Cumbernault House (Scottish Tune) 00:02:12
2 Waly Waly (Scottish Tune) 00:01:26
3 Clout the Cauldron (Scottish Tune) 00:01:52
4 J. Stanley Solo h-Moll op. 4 Nr. 4 00:07:16
7 Anon. Lochaber (Scottish Tune) 00:03:13
8 Fy Gar Rub Her O'er with Straw (Scottish Tune) 00:03:57
9 Busk Ye Busk Ye Bonny Bride (Scottish Tune) 00:04:57
10 G.F. Händel Sonata h-Moll HWV 376b für Flöte und Basso continuo (Händel zugeschrieben) 00:06:35
14 F. Geminiani Sonate C-Dur op. 5 Nr. 3 für Violoncello und Cembalo 00:12:15
18 Anon. The Flowers of the Forest (Scottish Tune) 00:01:59
19 Dumbarton's Drums (Scottish Tune) 00:01:13
20 Logan Water (Scottish Tune) 00:02:05
21 J.H. Roman Sonate Nr. 10 e-Moll 00:11:35
26 G.F. Händel Minuetto 00:03:22

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Parnassus Avenue Ensemble
 
BIS SACD 1595;7318599915951

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