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CD-Besprechung

I. Pleyel

cpo 1 CD 777 241-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 29.10.08

cpo 777 241-2

1 CD • 68min • 2007

Die perfekte Darbietung dreier Klarinettenkonzerte von Ignaz Pleyel ändert wenig daran, daß es sich „nur“ um Mittelklasse-Werke einer einst sehr geschätzten Vielbegabung handelt (Komponist, Virtuose, Konzertveranstalter, Verleger, Klavierbauer). Dieter Klöcker als der meisterhafte Interpret einer qualitativ noblen Interpretation und CD-Produktion wird eine solche kompositorische Einstufung seiner Quellenfunde sicherlich ungern lesen. Allein, sie ist ebenso zu begründen wie sein Vorhaben dennoch zu begrüßen und zu würdigen ist. Diese scheinbare Diskrepanz ist schnell erklärt: Während die aus allgemeiner Sicht führenden Köpfe von Pleyels Zeitgenossen (Haydn, Mozart, Beethoven usw.) immer ihrer Zeit vorauseilten, haben die seinerzeit aktuellen Publikumslieblinge (Krommer, Vanhal, Winter usw.) dem jeweils modischen Geschmack beifallsträchtig gehuldigt. Dies hat das Verfallsdatum der Werke beeinflußt und gilt im allgemeinen Kunstbetrieb bis heute.

So gesehen, fällt bei den vorgeführten Bläserwerken Pleyels, deren Solopart nicht nur aus kommerziellen Gründen auch von einer Flöte oder vom Violoncello übernommen werden kann, der modellhafte Vorrat an Routinefloskeln auf. Volkstümlich liedhafte Melodie-Einfälle dienen als Themengerüst dem einprägsamen Ohrenkitzel, deren schlichte 8-Takt-Perioden immer wieder zweimal vorgeführt und häufig sequenzierend „vertieft“ werden. Der Solist greift sodann den bescheidenen Themenvorrat leicht variierend auf, um schließlich ein üppiges Kettengeflecht aller, sich selbst wiederholender Etüdenstandards zu entfalten. Werden die spieltechnischen Herausforderungen vom Interpreten brillant umgesetzt und durch zügige, schwungvolle Tempi gesteigert, dann entsteht jene artistische Zurschaustellung, die den Beifallssturm des Publikums „aller Zeiten“ einkalkuliert und garantiert.

Für Überraschung und Bewunderung ist also gesorgt. Nur darf man von der zirzensischen Oberflächenwirkung solcher Schreibweise nicht erwarten, daß jede neue Aufführung zu einer Intensivierung des Kunstgenusses führt. Dies entspräche weder der ursprünglichen Darbietungspraxis noch den einzig- und einmaligen Absichten reisender Virtuosen des ausgehenden 18. und 19. Jahrhunderts. Kultur- und musikgeschichtlich ist eine solche Werkauswahl durchaus ein Treffer und lohnt den gelungenen Einsatz aller Mitwirkenden.

Dr. Gerhard Pätzig [29.10.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 I. Pleyel Konzert Nr. 1 B-Dur für Klarinette und Orchester 00:23:51
4 Konzert Nr. 2 B-Dur für Klarinette und Orchester 00:25:17
7 Sinfonia concertante B-Dur für 2 Klarinetten und Orchester 00:18:58

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Dieter Klöcker Klarinette
Sandra Arnold Klarinette
Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim Orchester
Sebastian Tewinkel Dirigent
 
777 241-2;0761203724123

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