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CD-Besprechung

Diaghilev

Les Ballets Russes Vol. III

Diaghilev

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 04.12.08

SWRmusic 93.223

1 CD • 76min • 2007

Die hochinteressante CD-Serie, die das Label Hänssler Classic in Verbindung mit dem Südwestrundfunk dem „Russischen Ballett" widmet, jener von dem Impressario Serge Diaghilev ins Leben gerufenen Institution, die im frühen 20.Jahrhundert zwei Jahrzehnte lang die europäische Kunstszene beherrschte, mischt in attraktiver Weise Kompositionen, die Diaghilev selber in Auftrag gab, mit solchen, die aus anderem Anlass entstanden, aber von den „Balletts Russes" erfolgreich adaptiert wurden.

Zur ersten Gruppe gehört Strawinskys Ballett Pétrouchka, mit dem Komponist und Impresario 1911 den Erfolg ihrer ersten Zusammenarbeit – des Feuervogels – zu toppen suchten. Unter der Leitung von Pierre Monteux und mit Waslaw Nijinsky in der Titelrolle wurde das Stück der Hit der Saison, Maurice Ravel und Claude Debussy waren begeistert von dem Werk des jungen Russen. Ein Jahr später stand Debussys 1894 uraufgeführter Nachmittag eines Fauns nach dem Gedicht von Stéphane Mallarmé im Mittelpunkt des Interesses, denn Diaghilev hatte sich die Einwilligung des Komponisten für die Erarbeitung einer Choreographie auf das Orchesterstücks erkämpft und Nijinsky dazu eine teilweise provozierende Umsetzung entworfen, in der er selbst den lüsternen Faun verkörperte.

Noch ein Jahr später brachte Diaghilev am Pariser Théâtre des Champs-Elysées die Tragödie der Salomé heraus, ein Mimodram, das Florent Schmitt 1907 (im Jahr der Uraufführung von Richard Straussë Oper Salome) für die berühmte Tänzerin Loie Fuller geschrieben hatte. Allein dieses Werk lohnt die Anschaffung der vorliegenden CD: eine meisterhafte Partitur, angesiedelt zwischen Spätromantik, Impressionismus und Strawinsky. Schwelgerische Klangfarben einer raffinierten orchestralen Palette mischen sich mit Orientalismen und Exotismen, Frauenchor-Vocalisen erinnern an Debussys Sirènes, heftige Ostinati und Taktwechsel prägen das dramatische Finale und weisen auf Sacre du Printemps voraus. Ein herausragendes Werk des französischen Repertoires, das bisher auch diskografisch entschieden vernachläässigt worden ist.

Dem Dirigenten Sylvain Cambreling liegt Strawinskys holzschnittartiger Stil mehr als das impressionistische Raffinement, auch wenn er Pétrouchka bei weitem nicht die grelle Schärfe gibt, mit der Dimitri Mitropoulos diese Partitur realisierte. Enttäuschend ist der Nachmittag eines Fauns geraten, dem es entschieden an Flexibilität, Ausdruckskraft und Innenspannung mangelt. Schmitts Salomé wird nicht gerade extatisch, aber doch sehr ordentlich wiedergegeben, wobei die dunklen Farben und düsteren Aspekte dominieren.

Sixtus König † [04.12.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 C. Debussy Prélude à l'après-midi d'un faune für Orchester (Nach einem Gedicht von Stéphane Mallarmé, 1892/1894) 00:10:36
2 F. Schmitt La Tragédie de Salomé op. 50 00:28:45
7 I. Strawinsky Petruschka (Burleske in vier Szenen) 00:36:57

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg Orchester
Sylvain Cambreling Dirigent
 
93.223;4010276020608

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