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CD-Besprechung

Georg Friedrich Händel: The Messiah HWV 56 (Oratorium in drei Teilen)

Naxos 2 CD 8.570131-32

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 24.01.07

Klassik Heute
Empfehlung

Naxos 8.570131-32

2 CD • 2h 22min • 2006

An Aufnahmen des Messiah von Händel besteht kein Mangel, und man mag sich mit einem gewissen übersatten Seufzen fragen, wozu es noch einer weiteren Einspielung des Oratoriums bedarf. Eine hohe Schwelle ist also für Edward Higginbottom, den langjährigen Chorleiter des New College zu Oxford, zu überwinden, um seine Neueinspielung vom Makel des Überflüssigen zu befreien. Dankenswerterweise sind vom Messiah einige Versionen von Händels eigener Hand überliefert, mit denen der Komponist sein Oratorium verschiedenen Aufführungssituation anpasste; überdies existiert noch eine Bearbeitung von Mozarts Hand, die der Händel-Verehrer Gottfried van Suiten in Auftrag gegeben und für die er selbst die Übersetzung des Librettos angefertigt hat.

Der Blick auf die Wertung über dieser Besprechung hat bereits gezeigt, dass Higginbottom der Schritt über diese Schwelle vollauf geglückt ist. Zunächst einmal hat er sich für die Rekonstruktion einer Londoner Aufführung des Messiah entschieden, die Händel selbst 1751 leitete und in der Knabenstimmen nicht allein im Chor, sondern auch bei den Sopransoli zum Einsatz kamen. Insgesamt ist eine überaus geglückte Harmonie zwischen allen Beteiligten an dieser Aufnahme hervorzuheben: Drei Knabensolisten sorgen im Wechsel dafür, dass der Sopranpart stets sein volles Gewicht im Solistenquartett behält (ein einzelner Knabensolist wäre den ausgebildeten Männerstimmen der übrigen Parts vermutlich hoffnungslos unterlegen gewesen), der Countertenor Iestyn Davies zeigt eine ebenso schöne und tonsichere Leistung ohne jene Künstlichkeit in der Stimmgebung, die andere Vertreter seines Fachs gelegentlich zum manierierten Missvergnügen werden lässt. Der Tenor beweist erwünschte Strahlkraft ohne in Heldenbrüllerei italienischer Manier zu verfallen. Zunächst enttäuscht der Bass ein wenig, da ihm die basaltschwarze Tiefe fehlt, die einige seiner Arien zum wahren Vergnügen machen würde – doch auch er singt, besonders in den Koloraturen, makellos sicher und überzeugend schön. Bei der Academy of Ancient Music und dem Chor des New College Oxford sprechen die Namen für sich selbst; sie vereinen aufs Beste die althergebrachte, ehrwürdige englische Tradition mit den neuesten Erkenntnissen der historisch informierten Aufführungspraxis.

Die vorzügliche Klangqualität verdient nicht im selben Maß wie die künstlerische Qualität der Aufnahme das Prädikat „überragend“ und muss sich folglich bei der Bewertung mit einer „9“ statt einer „10“ begnügen.

Detmar Huchting [24.01.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G.F. Händel The Messiah HWV 56 (Oratorium in drei Teilen)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Henry Jenkinson Knabensopran
Otta Jones Knabensopran
Robert Brooks Knabensopran
Iestyn Davies Countertenor
Toby Spence Tenor
Eamonn Dougan Bass
The Choir of New College Oxford Chor
Academy of Ancient Music Orchester
Edward Higginbottom Dirigent
 
8.570131-32;0747313013173

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