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CD-Besprechung

Franz Schubert – Ständchen Werke für Männerstimmen

Franz Schubert – Ständchen<br />Werke für Männerstimmen

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 20.07.06

Carus 83.189

1 CD • 58min • 2005, 2006

Zugegeben, lyrische Metaphern und Wortmelodien wie Franz von Schobers Mondenschein-Verse erschließen ihren poetischen Gehalt durch das Lesen und Rezitieren eher und leichter als im Gesang: „O seht, ein Silbergarten duftumrauscht voll Nebelschmelz und Zauberlicht... umwallt der Sehnsucht Ätherkleid.“ Erst recht gibt sich ein romantischer Liederkomponist von der Größe und Bedeutung eines Franz Schubert ganz solchen empfindsamen, ja intimen Inhalten seiner Textvorlagen hin, wenn er aus ihnen heraus seine Klangvisionen entwickelt. Es wäre daher vermessen, der repräsentativen Auswahl der hier zu hörenden mehrstimmige Schubert-Lieder – denn nichts anderes sind diese scheinbar kleinen, in Wirklichkeit großartigen Vokalquartette – eine der Alltagssprache enthobene, dennoch zugleich wort- und textverständliche Wiedergabe abzuverlangen.

Und doch ergeben sich Einschränkungen, wenn sich eine Belcanto-Prominenz „hoch vier“ mit höchst professioneller Diktion und durchweg artifizieller Raffinesse dieser ursprünglich für häusliche Geselligkeiten konzipierten „Schubertiaden“ annimmt. Schon der informative Beihefttext des Pianisten und Schubert-Kenners Thomas Seyboldt und das bekannte Bildmotiv eines „Schubert-Abends bei Josef von Spaun“ des Zeichners und Malers Moritz von Schwindt als Blickfang der CD verraten, worauf der Inhalt des Programmes zielt: auf ein geselliges Singen, allein einer klaren Schlichtheit und Homogenität in der Balance gleicher Stimmen verpflichtet, immer ein bißchen biedermeierliches Flair vermittelnd.

Eine Besetzung mit hochkarätigen Opernsolisten, von denen jeder für sich eine unverwechselbare Individualität darstellt, kann dagegen nicht das Ziel einer ideal-typischen „Schubertiade“ sein, der Vergleich mit einem Simultanvortrag von vier gleichzeitig agierenden Liedsängern in einem Galakonzert „vom Olymp herab“ drängt sich auf, das Ganze aufnahmetechnisch etwas dunkel eingefärbt. Das kann nicht der Weisheit letzter Schluß sein. Spitzenreiter der vorliegenden Programmfolge sind Grillparzers beliebtes Ständchen (mit Gundula Schneider als munterem Mezzosopran) und Johann Gabriel Seidls stimmungsvoller, meist unhistorisch großchorisch und säuselnd interpretierter Nachtgesang im Wald als solistisch (!) besetztes Vokalensemble mit romantisch untermalendem Hörnerklang, meisterhaft geblasen vom Karlsruher Hornquartett.

Dr. Gerhard Pätzig [20.07.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Schubert Gondelfahrer op. 29 D 809 (1824)
2 Mondenschein D 875 (1826)
3 Wehmut D 404
4 Ewige Liebe op. 64 Nr. 2 D 825A für 2 Tenöre, 2 Bässe und Klavier (1826)
5 Flucht op. 64 Nr. 3 D 825B (1826)
6 Der Gondelfahrer D 808 (1824)
7 Frühlingslied D 914 (1827)
8 Frühlingsgesang op. 16 Nr. 1 D 740 (1822)
9 Ständchen D 920 (1827)
10 Wein und Liebe D 901 (1827)
11 Grab und Mond D 893 (1826)
12 Nachthelle D 892 (1826)
13 Widerspruch op. 105 Nr. 1 D 865 (1826)
14 Nachtgesang im Walde D 913 (1827)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Markus Schäfer Tenor
Hubert Mayer Tenor
Hans Christoph Begemann Bass
Cornelius Hauptmann Bass
Frank Laffin Bariton
Gundula Schneider Mezzosopran
Karlsruher Hornquartett Mezzosopran
Thomas Seyboldt Klavier
 
83.189;4009350831896

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