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CD-Besprechung

Hungaroton HCD 32318

1 CD • 78min • 1969, 1972

16.06.2005

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 4
Klangqualität:
Klangqualität: 3
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 4

Wer sich die gleichermaßen verdienstvolle wie gigantische Aufgabe einer klingenden Gesamtaufnahme des Schaffens von Franz Liszt vorgenommen hat, wie die ungarische Firma Hungaroton für ihren Landsmann und Nationalkünstler seit Jahrzehnten, der darf auch die weniger spektakulären Werke nicht beiseite lassen. Das vorliegende Programm mit der Szekszárder Männerchor-Messe und den Chören zu Herders Entfesseltem Prometheus – nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Ouvertüre als sinfonische Dichtung! – ist eine solche Beispielsammlung von eher rührenden Randerscheinungen der Entstehungsjahre 1848 und 1850. Nicht jeder Wurf einer großen Virtuosen- und Komponistenpersönlichkeit muß zwangsläufig ein Geniewurf sein.

Den Hungaroton-Produzenten war dies offensichtlich bewußt, wenn sie hier und jetzt die Repertoirelücke ihrer Liszt-Diskographie mit der Digitalisierung älterer, angegrauter, noch analoger Aufnahmen gefüllt haben. Ein aufnahmetechnisches Indiz ist die vor rund 35 Jahren modische Ping-Pong-Stereophonie mit extrem expandierter Ortung der Schallquellen. Was vom Komponisten ursprünglich als solistische, chorische und instrumentale Einheit mit entsprechend harmonischen und melodischen Verschmelzungsklängen konzipiert worden war, wurde um 1970 oft rigoros einer punktuellen Breitwand-Klangregie unterworfen. Das hätte eine Überarbeitung jetzt leicht mildern können. Ebenso stört die hautnahe Mikrophonpräsenz in einer ungewöhnlich nüchternen und trockenen Studio- bzw. Kirchenakustik, von einem oft naiv wirkenden Dreiklangs-Pathos der Komposition und einer deftig interpretierten Instrumentierung ganz zu schweigen..

Aufgewogen wird allerdings vieles dank der exzellenten Textdiktion (lateinisch und deutsch) der Vokalsolisten und Chorsänger, die mancher modernen „Chorsprachlichkeit“ zu denken geben sollte. Irritierend ist dagegen die merkwürdige Tatsache, die antiken Götter und Titanen Zeus und Prometheus hier als „Zä-us“ und „Promethä-us“ zu skandieren. Auch wirken die exaltierten Höhen der Chortenöre neben ihrer untadeligen Intonation allzu angestrengt, das Orchester in forte-Passagen oft lärmend. Sei’s drum, solche Liszt-Dokumente gehören dennoch in das CD-Archiv ambitionierter Kenner und Sammler, zumal sich weit und breit noch niemand an Alternativproduktionen dieser Raritäten gewagt hat.

Dr. Gerhard Pätzig [16.06.2005]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Liszt
1Messe Sexardique R 485b
2Prometheus R 539 (Kantate)

Interpreten der Einspielung

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