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CD-Besprechung

Aubade

Aubade

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 02.06.05

Hungaroton HCD 32238

1 CD • 55min • 2004

Der süffige Klang von elf Celli nebst einem Kontrabaß ist selten zu hören. Begrüßenswert also, daß das Ungarische Cello-Orchester (das sich selbst Budapesti Csellóegyüttes nennt) nach Cellomania (Hungaroton CD 32108) eine neue Produktion mit Preziosen vorlegt – auch wenn die Dramaturgie merkwürdig ist: Rossinis berühmte Ouvertüre zum Barbier von Sevilla macht den zündenden Auftakt. Es folgt der ganz anders geartete bezaubernde Feengarten, das Schlußbild aus Ravels Ballett Ma mére l’oye. Als mehrsätziges Hauptwerk erscheint eine Originalkomposition von Jean Francaix – die Aubade. Es schließen sich einige Paradepferde aus dem Orchesterstall an – der an Reger erinnernde Weihegesang von Friederich Grützmacher (den Cellisten vor allem von seinen Lehrwerken her kennen) und selten zu hörende Stücke von Joaquin Rodrigo und Guillaume Pacque. Den Schluß bildet eine Paraphrase, die der Cello-Virtuose und Operetten-Komponist Jacques Offenbach nach Themen aus Meyerbeers Robert der Teufel für sechs Celli komponiert hat. Der Leiter des Cello-Orchesters, Balázs Kántor (Solocellist der ungarischen Staatsoper), wird hier der schweren Primstimme, die Offenbach sich sicher selbst zugedacht hatte, vollauf gerecht.

Das Ensemble musiziert ansteckend, doch mitunter kommt es für meinen Geschmack ein wenig zu derb daher. Das macht sich bei Stücken wie von Ravel (Tr. 2) am deutlichsten bemerkbar, das Booklet-Autor, Arrangeur und Orchestermitglied Péter Boldoghy Kummert zwar nach eigenem Bekunden innig liebt, das aber ein viel innerlicheres pianissimo und etwas mehr Spielkultur vertragen könnte. Auch klingt die Aufnahme etwas pauschal und sehr direkt abgenommen. Gerade die akustischen Besonderheiten eines Ensembles aus so vielen Instrumenten im gleichen Frequenzbereich mit gegenseitig sich überlagernden Obertönen hätten eine höhere Auflösung und mehr Räumlichkeit verdient. Hier tönt vieles allzusehr zusammen, und das Ensemble klingt dann leider nach einer Divisi spielenden Orchestergruppierung und nicht wie ein Orchester aus elf Celli und einem Kontrabaß. Die acht Cellisten des Royal Philharmonic Orchestra London haben in ihrer Einspielung der ersten und fünften Bachianas Brasileiras von Heitor Villa-Lobos gezeigt, daß es auch anders geht (EMI CDS 7479018). Das Ungarische Cello Orchester würde vielleicht davon profitieren, wenn die Mitwirkenden stärker auf ihre Indivudalität als auf die Homogenität als Gruppe setzen würden.

Dr. Benjamin G. Cohrs [02.06.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Rossini Ouvertüre (aus: Il barbiere di Siviglia)
2 M. Ravel Ma mère l'oye
3 J. Françaix Aubade
4 F. Grützmacher Weihegesang
5 J. Rodrigo Dos piezas caballerescas
6 G. Paque Souvenir de Curis
7 J. Offenbach Réminiscences à Robert le diable

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Hungarian Cello Orchestra Orchester
Péter Boldoghy Kummert Dirigent
 
HCD 32238;5991813223821

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