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CD-Besprechung

G. Mahler

Hyperion 1 CD CDA 67392

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 20.01.05

Hyperion CDA 67392

1 CD • 72min • 2004

Stefan Genz ist eine der stärksten Begabungen unter den jungen deutschen Liedersängern. Diese Feststellung läßt sich anhand der neuen Aufnahme von Mahler-Liedern erneut bestätigen. Musikalität, feinfühliger Vortrag, geistiges Erfassen von Wort und Ton – all das findet sich bei ihm in seltener Perfektion vereint. Dazu besitzt der Künstler das Naturgeschenk einer weichen, einschmeichelnden Baritonstimme, der zuzuhören die reinste Wohltat ist. Freilich liegt gerade darin auch eine leise Gefahr begründet, denn das Wohlige und Weiche kann in überhöhter Dosis leicht zur Monotonie führen. Im Fall der Kindertotenlieder, mit denen sich Gedanken an viele schlichte, herzbewegende Wiedergaben verbinden, macht sich diese Monotonie bemerkbar, hier will sich das ergreifende, nahegehende Moment nicht so recht einstellen. Anders bei den frühen Liedkompositionen Mahlers, bei den Rückert-Liedern und den Liedern eines fahrenden Gesellen: hier trifft der Sänger den Tonfall immer wieder auf viel eindringlichere Art und Weise.

Was sich weiterhin als Problem erweist: die Stimme scheint fast nur aus Weichteilen zu bestehen, dadurch vermißt man mitunter (etwa bei: Ich hab’ ein glühend Messer) das Sich-Aufbäumen, den – zumindest andeutungsweise fühl- und hörbaren – Schmerzensschrei. Da steckt fast schon ein bißchen zuviel Ästhetik in diesem Gesang. Es läßt sich auch beobachten, daß Stephan Genz in der Vokalisierung – analog zum Gesang – zur Weichheit neigt und Worte, die schärfere Akzentuierung verlangen wie „Mütterlein“, „Himmel“, „Mitternacht“ allzu gedehnt ausspricht.

Hier handelt es sich freilich bloß um kritische Randglossen, die am wertvollen Eindruck der Aufnahme nichts ändern. Das Mahler-Programm bei Hyperion darf als eine absolut erfreuliche Neuerscheinung bezeichnet werden, an welcher nicht zuletzt der hervorragende Pianist Roger Vignoles (der auch einen bemerkenswerten Beitrag für das Beiheft verfaßt hat) seinen beträchtlichen Anteil hat.

Clemens Höslinger [20.01.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Mahler Frühlingsmorgen (Richard Leander)
2 Hans und Grete (1886)
3 Ablösung im Sommer (aus: Des Knaben Wunderhorn)
4 Zu Straßburg auf der Schanz' (1887/1890 - aus: Des Knaben Wunderhorn)
5 Nicht wiedersehen (1887/1890 - aus: Des Knaben Wunderhorn)
6 Scheiden und Meiden (aus: Des Knaben Wunderhorn)
7 Rückert-Lieder
8 Lieder eines fahrenden Gesellen
9 Kindertotenlieder für Singstimme und Orchester

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Stephan Genz Bariton
Roger Vignoles Klavier
 
CDA 67392;0003457117392

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