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CD-Besprechung

L. Bernstein

Naxos 1 CD 8.559177

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 02.02.04

Naxos 8.559177

1 CD • 49min • 2003

Chor und Orchester aus Bournemouth sind mit den Werken Bernsteins schon seit der Zeit bestens vertraut, als Andrew Litton dort noch Chefdirigent war. Der amerikanische Shootingstar unter den Dirigentinnen, Marin Alsop, empfing von Lennie selbst noch als Assistentin die höheren Weihen der Zunft. Für die Chichester Psalms besonders passend auch die englische Chorgesang-Tradition, für die das Werk ja auch ausdrücklich komponiert ist. So schienen beste Voraussetzungen für eine neue Bernstein-CD gegeben, die an den Erfolg der West Side Story unter Kenneth Schermerhorn (Naxos 8.559126) anknüpfen sollte.

Allein: Das Rezept ging nicht ganz auf. Marin Alsop ist ihren besten Momenten wunderbar anrührend, hat spannende Ideen zur Umsetzung von Werken, gelenkt durch einen wachen Verstand, aber sie hat in den drei live-Konzerten, die ich mit ihr bisher erleben durfte, musikalisch stets einen ganz anderen Eindruck hinterlassen als in Studio-Produktionen, die ihr nicht so recht zu liegen scheinen. Live-Mitschnitte würden der Dirigentin vielleicht gerechter werden. Sie ist ohnehin weniger der leidenschaftliche, Feuer im Herzen entzündende Dirigenten-Typ, sondern eher intellektuelle Pragmatikerin: In ihren Proben ist bei Korrekturen „Let’s fix it“ („Laßt uns das richten“) eine Lieblingsbemerkung; das klingt fast wie beim Zahnarzt. Auch hier wirken viele Abschnitte allzu kontrolliert und kühl. Langsame Passagen sind selten mit Spannung und Wärme erfüllt. Selbst der Knabensopran Thomas Kelly mit seiner einzigartigen, britisch geschulten Farbgebung – was Bernstein sehr gefallen hätte – kann dieses Manko in seinem wundervoll gesungenen Solo nicht völlig kompensieren. Passagen, die rhythmisch vorantreiben sollen, wirken oft kontrolliert und gebremst. Dadurch vermißt man immer wieder die bei Bernstein typische Lässigkeit und Hemmungslosigkeit des Ausdrucks, was vor allem den 'Dance Episodes' und 'On the Wanterfront' nicht besonders bekommt. So ist der Gesamteindruck eher lau. Auch die kurze Spieldauer von 49 Minuten sollte Naxos rechtschaffen peinlich sein. Reichte die Zeit in den Aufnahmesitzungen nicht für ein weiteres Stück? Besonders erfreulich sind gleichwohl die Akkuratesse des brillanten Bournemouth Symphony Orchestra, die Klangpracht und dynamische Flexibilität des Chors und das weite Panorama des Klangsraums hin nach links und rechts außen.

Benjamin-G. Cohrs

7,8,7

Dr. Benjamin G. Cohrs [02.02.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L. Bernstein On the Waterfront (Sinfonische Suite aus dem Film)
2 Chichester Psalms für Chor, Orgel, Harfe und Percussion
3 On the Town (Drei Tanzepisoden, 1944)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Thomas Kelly Knabensopran
Elizabeth Franklin-Kitchen Sopran
Victoria Nayler Alt
Bournemouth Symphony Chorus Chor
Bournemouth Symphony Orchestra Orchester
Jeremy Budd Tenor
Marin Alsop Dirigent
Paul Charrier Baß
 
8.559177;0636943917725

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