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CD-Besprechung

J.S. Bach - Apocryphal Bach Masses

J.S. Bach - Apocryphal Bach Masses

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 12.06.03

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cpo 999834-2

1 CD • 52min • 2001

Was ist ein Name? Was wir Rose nennen, wär’, hieß es anders, ganz so süß von Duft. (aus: Romeo und Julia)

Shakespeares Erkenntnis hat leider keine Auswirkungen auf die Wertschätzung von Musik. Sobald ein Stück, das bislang unter Bachs Namen lief, als Werk eines anderen identifiziert oder zumindest als unecht erwiesen ist, verschwindet es aus dem Blickfeld der Musiker und Zuhörer. Dabei sollte die Tatsache, daß Bach diese Musik aufgeführt hat, eigentlich ein Ritterschlag sein. Daß auch Plattenfirmen an Namen hängen, zeigt die vorliegende CD: Obwohl längst bekannt ist, daß die c-Moll-Messe von Francesco Durante und das „kleine“ a-Moll-Magnificat von Melchior Hoffmann stammen, bietet cpo sie weiterhin als apokryphe Bach-Werke an. So läßt sich die CD im Regal gut unter „Bach“ einsortieren und zweifellos in höherer Auflage verkaufen. Die Wahrheit erfährt der Kunde erst, wenn er nach dem Kauf das Beiheft studiert.

Wolfgang Helbich hat sich bereits mehrfach mit den unechten Sakralwerken des BWV beschäftigt, und seine vierte diesbezügliche Veröffentlichung liegt ganz auf einer Linie mit ihren Vorgängern. Das Alsfelder Vokalensemble umfaßt 34 Sängerinnen und Sänger, was angesichts dessen, was in den letzten zwanzig Jahren über Bachs „Chor“ erforscht und diskutiert worden ist, reichlich konservativ anmutet. Die Stimmbildung der „Alsfelder“ (die in Wirklichkeit ihren Sitz in Bremen haben) ist ordentlich, wenn auch nicht mit dem Standard des Norddeutschen Figuralchores oder des Stuttgarter Kammerchores vergleichbar. Helbichs Interpretation bevorzugt weiche Gesten und zielt, bedingt durch die Größe seiner Truppe, eher auf den runden Gesamteindruck als auf eine punktgenaue Affektgestaltung.

Das Bremer Barockorchester I Febiarmonici spielt sehr zuverlässig, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Insgesamt zeichnet sich diese Aufnahme durch einen konsistenten Geschmack aus, auch wenn sie, verstärkt durch die distanzierte Aufnahmetechnik, eher beschaulich als mitreißend wirkt.

Dr. Matthias Hengelbrock [12.06.2003]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Missa C-Dur BWV Anh. 25 für Sopran, Alt, Tenor, Bass, Chor und Orchester
2 G.M. Hoffmann Magnificat a-Moll BWV Anh. 21
3 F. Durante Missa c-Moll BWV Anh. 26

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Dorothee Mields Sopran
Henning Voss Altus
Henning Kaiser Tenor
Ralf Grobe Baß
I Febiarmonici Ensemble
Alsfelder Vokalensemble Chor
Wolfgang Helbich Dirigent
 
999834-2;0076120398342

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