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CD-Besprechung

Hans Werner Henze

Hans Werner Henze

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 31.03.03

SWRmusic 93.047

1 CD • 64min • 2001

Die Siebente Sinfonie von Hans Werner Henze (geb. 1926) entstand 1983-84 als Auftrag der Berliner Philharmoniker und bezeichnet für den Komponisten so etwas wie eine „Rückkehr nach Deutschland“, nachdem er sich in einer Reihe vorangegangener Werke mit Geschichte und Kultur anderer, teils außereuropäischer Völker befaßt hatte. Henze selbst sprach von einer „sehr deutschen“ Sionie – selbst die Schreibung dieses Titels hebt sie von den anderen „Sinfonien“ ab –, und in der Tat weist die expressive Dichte, ja Tragik dieses Werkes in einer Weise auf Beethoven zurück, wie man sie sonst nirgends bei Henze findet. Der als „Tanz. Lebhaft und beseelt“ betitelte erste Satz entbehrt nicht heftiger Zuspitzungen, das Finale, dem gedanklich das Gedicht „Hälfte des Lebens“ von Friedrich Hölderlin zugrundeliegt, bietet kaum eine Lösung der dramatischen Spannungen.

Demgegenüber entstammen die „Ariosi“, die 1963 für das Ehepaar Irmgard Seefried und Wolfgang Schneiderhan entstanden, einer Schaffensphase fast schwelgerischer „Italianità“, erweisen sich aber gerade in ihrer fast süffigen Melodieseligkeit als passendes Pendant: auch das ist Henze, und die Beschäftigung mit hochrangigen literarischen Vorlagen verbindet wiederum diese beiden so gegensätzlichen Werke.

Während der Ursprungsmitschnitt der „Ariosi“ vor einigen Jahren kurzzeitig als CD-Remake in einem Schneiderhan-Album vorlag, inzwischen aber vergriffen ist, gibt es von der „Siebenten“ eine Aufnahme mit Simon Rattle zum Vergleich: tatsächlich möchte man in Rattles Lesart mehr das dräuende deutsche Schicksal erkennen, während Cambreling auf klangliche Transparenz setzt. Ein Werturteil soll dies aber nicht sein. Die „Ariosi“ erfahren eine fast ätherisch-klangschöne Wiedergabe, in der Christiane Oelze einmal mehr ihre fabelhafte Disposition für zeitgenössische Musik offenbart; sehr geschmeidig und tonschön agiert auch Christian Ostertag..

Dr. Hartmut Lück [31.03.2003]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 H.W.  Henze Sinfonie Nr. 7 (1983/1984)
2 Ariosi auf Texte von Torquato Tasso für Sopran, Violine und Orchester

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Christiane Oelze Sopran
Christian Ostertag Violine
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg Orchester
Sylvain Cambreling Dirigent
 
93.047;4010276012672

Bezug über Direktlink

 

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