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CD-Besprechung

Donemus CV100

2 CD • 2h 03min • 1999

01.10.2001

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Klas Torstenssons Oper The Expedition ist ein herausragendes Werk. Zumindest in der extravagant gestalteten CD-Veröffentlichung, die garantiert in kein gängiges CD-Regal paßt: Die beiden CDs sind nebeneinander angeordnet, das Begleitbuch ist in die Verpackung integriert. Wer sich dort informieren will, sollte allerdings flämisch oder englisch können. Oder schwedisch. Denn gesungen wird diese Geschichte einer schwedischen Polarexpedition auf schwedisch. Schließlich ist der Komponist (und Librettist) Klas Torstensson ein Schwede - der in Holland lebt.#

Torstensson erzählt die Geschichte von Salomon August Andrée, der 1897 mit einem Ballon den Nordpol erreichen wollte. Heißluft in der Arktis war aber keine so gute Idee. Andrée und seine Mitstreiter Fraenkel und Strindberg (ein Neffe des Dichters) kamen nicht weiter als 480 Kilometer - und scheiterten auf dem Rückweg. Erst 1930 wurden die Leichen gefunden, in den 50er Jahren fand man heraus, woran die Polarforscher gestorben waren: an Fadenwürmern, die sie mit dem Fleisch erlegter Eisbären zu sich nahmen. Das ist nicht unbedingt der Stoff, aus dem die Opernträume sind - auch wenn der Amerikaner Dominick Argento in den frühen 80er Jahren aus den Andrées Diaries einen Liederzyklus erstellte. Also artikuliert Torstensson lieber die Träume der Ballonfahrer. Und überläßt das Schlußwort Strindbergs Schwester Anna. Torstenssons Partitur ist auf der Höhe der Zeit, schmuggelt auch mal träumerische Momente in die neutönende Musik - die "Kursänderung" fast Puccinesk angekündigt, bis die Percussionisten ihre Akzente setzen.

Torstensson arbeitet effektvoll mit Live-Elektronik und mit Lautmalerei und scheut vor allem in den orchestralen Zwischenspielen auch den Effekt nicht. Dirigent Peter Eötvös steuert kompetent einen sicheren Kurs und ist damit den Polarsuchern überlegen. Musiziert wird hier auf hohem Niveau. Die Helden der Handlung nehmen für sich ein und auch Charlotte Riedijk als Anna kann den Briefschreibe-Epilog mit Pietá-Charakter eindringlich gestalten. Klanglich läßt dieser Live-Mitschnitt der Uraufführung im Juni 1999 (im Amsterdamer Concertgebouw!) keine Wünsche übrig. So gut kann eine Eiszeit klingen.

Rainer Wagner [01.10.2001]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Klas Torstensson
1The Expedition (Oper in zwei Akten mit einem Prolog)

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