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CD-Besprechung

Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 8 c-Moll

Challenge Classics 2 CD/SACD stereo/surround CC72549

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 31.08.12

Challenge Classics CC72549

2 CD/SACD stereo/surround • 79min • 2011

Dass sich bei dieser Produktion die ganz große Freude und Genugtuung nicht einstellen wollte, überraschte mich umso mehr, als Jaap van Zweden vor einigen Jahren mit seinen vier Brahms-Sinfonien einen wahrlich „brillianten“ Eindruck hinterlassen konnte: Der Klang, die Tempi, die formale Relationen sowie das Verhältnis der außermusikalisch-biographischen Semantik zur klassisch-absoluten Architektur waren so schön aufeinander abgestimmt, dass ich auch jetzt mit einer recht hohen Erwartung den Startknopf drückte und schon bald nach den eben genannten Vorzügen suchen mußte. Nach drei bis vier Anhörungen erhärtete sich der Anfangsverdacht kontinuierlich: dass nämlich ganz einfach die innere Überzeugung fehlt, um Anton Bruckners gewaltige Panorama so lebendig zu gestalten, wie es sein ureigenstes Wesen diktiert.

Das heißt nun nicht, dass van Zweden sein Orchester auf seinen Knien und mit inbrünstig verschlungenen Beter-Händen den Taktstock hätte schwingen sollen oder dass es nötig gewesen wäre, jedem der Musiker vor Beginn der Aufnahmen die Beichte abzunehmen. Die Tiefe, an der es hier mangelt, ist weder eine konfessionelle noch eine studiotechnische Angelegenheit, sondern tatsächlich ein Phänomen des Raumes, den der Dirigent der Musik und den einzelnen Spielern zubilligen muß, wenn sich das Geschehen in seiner ganzen Fülle entfalten soll – eine Binsenweisheit, gewiß, doch wie so vieles, „was jedes Kind weiß“, in der Praxis oftmals unpraktisch, weil es vordergründigeren Effekten, prallen Wirkungen, dem „Mitßreißenden“ im Wege steht. Weshalb in der gegenwärtigen Einspielung denn auch das obstinat-finstere Scherzo und sein quasi himmlisches Trio nur notdürftig aneinanderhalten, während vor allem die enormen Adagio-Steigerungen nicht organisch wachsen wollen, sondern von außen her aufgetrieben erscheinen, und endlich das Finale an den bekannten Gefahrenstellen einknickt: Nur der große Atem und die Gewißheit, dass das Richtige geschieht, wenn man’s nicht forciert, hätten gelangt, um das seitens des Orchesters unzweifelhaft vorhandene, in vielen solistischen Momenten besonders spürbare Potential voll erblühen zu lassen.

Rasmus van Rijn [31.08.2012]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 A. Bruckner Sinfonie Nr. 8 c-Moll

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Netherlands Radio Philharmonic Orchestra Orchester
Jaap van Zweden Dirigent
 
CC72549;0608917254921

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