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CD-Besprechung

Ars Musici AM 1193-2

1 CD • 60min • 1999

01.02.2001

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Schubert, Schumann, Brahms, Löwe, Strauss, Pfitzner usw. - die großen Liedkomponisten erfahren derzeit systematische Gesamteinspielungen, bei einigen Serien ereignen sich sogar regelrechte Parallel-Aktionen. Die Brahms-Edition bei Ars musici (eine andere läuft bei cpo), ist bei Teil 4 angelangt und bringt die Lieder in jener Anordnung, die der Komponist selbst bei der Herausgabe seiner Werke befolgt hat. Das bedeutet einen entschiedenen Vorteil gegenüber dem altbekannten und unseligen Modus der "ausgewählten Lieder". Unselig ist dieser Modus deshalb, weil dadurch immer dieselben Lieder zu sängerischen Ehren gelangen und der Rest unverdientermaßen in die Rubrik "wenig bekannt" und damit auch "weniger kennenswert" rückt. Ein bedenkliches Auswahlverfahren, dem bereits durch die gängigen Notenausgaben (vier Bände bei Peters) Vorschub geleistet wurde.

Die vierundzwanzig Brahms-Gesänge, vom Komponisten zu den Opuszahlen 49, 63 , 71 und 106 gebündelt, zeigen auf, wo die sogenannten Gustostücke hingehören und in welcher Nachbarschaft sie stehen sollten. Das allbekannte Wiegenlied erklingt hier eingebettet in Sehnsucht und Abenddämmerung, zwei Lieder, die zu den Raritäten des Repertoires gehören. Keine Frage, daß sich durch solche Kombinationen neue Zusammenhänge und Aspekte eröffnen. Die Korrektheit der Edition bringt es mit sich, daß geläufige Titel in ungewohnter Form aufscheinen: Meine Liebe ist grün als Junge Lieder I, O wüßt ich doch den Weg zurück als Heimweh II. Korrekt ist auch die Wiedergabe, die den originalen Tonarten folgt. Gewohnheitsmäßig verbindet man bei Brahms-Liedern den Klang der mittleren, oft auch der tiefen Stimmlage. Und doch stimmt es, daß der Großteil seines Liedwerks der Sopran- oder Tenorlage angehört. Nur in zwei Fällen (Wiegenlied und Minnelied) gibt es Abweichungen von der ursprünglichen Notation.

Deon van der Walt erweist sich mit seinem leichten, schlanken Tenor als guter Vermittler dieser Gesänge, seine Stimme besitzt freilich nur wenig Glanz und Farbe. Trotzdem zeigt er sich in jedem Moment als denkender und fühlender Künstler. Seine Textaussprache ist deutlich, wenngleich auch nicht ganz frei von Fremdtönen. Charles Spencers Klavierbegleitung kann als mustergültig bezeichnet werden.

Clemens Höslinger [01.02.2001]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johannes Brahms
1Fünf Lieder op. 49
2Lieder und Gesänge op. 63
3Fest- und Gedenksprüche op. 109
4Fünf Gesänge op. 71

Interpreten der Einspielung

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