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CD-Besprechung

J. MacMillan

BIS 1 CD BIS-CD-989

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 01.08.99

Klassik Heute
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BIS BIS-CD-989

1 CD • 61min • 1997

James MacMillan (Jg. 1959) hat sich mit seinem ersten ganz ausgereiften Meisterwerk auf Anhieb in die erste Garde britischer Komponisten und darüber hinaus geschrieben. Wie ein Bruckner oder Messiaen schreibt hier einer aus der Stärke seines tiefen christlichen Glaubens heraus. Dabei entwickelt die Musik eine innere Kraft und emotionale Bandbreite, die heutzutage ihresgleichen sucht. Auch große Mystiker unter den zeitgenössischen Komponisten erreichen diese durchgehende Konzentration in der Aussage äußerst selten: Am ehesten mag man hier noch an Schnittke, Rautavaara und Eliasson denken. Dabei ist die Tonsprache von MacMillan bei aller Komplexität poetisch, seine Instrumentationskunst ausgefeilt und originell, wirkt nie kühl oder intellektualisiert, sondern prägt sich, mit Carl Nielsen, unauslöschlich ein (vgl. z. B. die herrlich doppeldeutige Stelle im Cellokonzert, Tr. 2, 5'30). "Triduum" – dessen letzten zwei Teile ein Auftragswerk von Rostropowitsch und dem London Symphony Orchestra sind – ist ein dreifaltiges Gesamtkunstwerk, proportioniert wie eine gotische Kathedrale, in der Dreiheit und Anlage vielleicht auch an einen Flügelaltar erinnernd. Es kann problemlos an einem Abend aufgeführt werden und besteht aus einer Sinfonia Concertante, einem Cellokonzert und einer Sinfonie. Kernthema ist das Ostergeschehen, und somit ist "Triduum" eigentlich eine moderne Passion. Die Concertante "Der Welt Erlösung" ist ein gewichtiger Beitrag zur recht geringen Englischhorn-Literatur. Wie sich zu Beginn aus den Kontrafagott-Abgründen in Bachs Passionstonart h-Moll ein kurzer, brutaler Eklat erhebt, der dann leise klagend das Englischhorn-Solo mit seiner langen Psalmodie gebiert (Tr. 1, 0'23), das gehört zu den großen, unvergeßlichen Momenten der Musikgeschichte. Raphael Wallfisch spielt das Rostropowitsch gewidmete Cellokonzert in bewährter Weise, absolut sicher und musikalisch immer bewegend. Der goldwarme, nie angeschärfte Baritongesang seines Instruments fügt sich auch Dank der Aufnahmetechnik (BIS-Topniveau) wunderbar in den Orchesterklang. Die dreisätzige Sinfonie verknüpft Elemente der vorherigen Konzerte und schildert die altbekannte Reise von der Finsternis ins Licht in ganz unerhörten Klängen, die in ihrer Pracht alles übertreffen, was Scelsi je geschrieben hat (Tr. 1, nach 1'36 etwa). Osmo Vänskä und sein Orchester leisten musikalisch Außerordentliches. Der vielfältige, beziehungsreiche Kosmos der Musik von MacMillan wird in Ronald Weitzmans Booklet-Text umfassend und für Laien gut verständlich erläutert. Hoffentlich bekommt "Triduum" eine Chance, bald in Deutschland aufgeführt zu werden!

Dr. Benjamin G. Cohrs [01.08.1999]

Bechsteinkonzert

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. MacMillan The World's Ransoming (aus: Triduum)
2 Violoncellokonzert (aus: Triduum)
 
BIS-CD-989;7318590009895

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