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CD-Besprechung

Deutsche Oper am Rhein

Richard Wagner: Die Walküre

CAvi-music 8553543

3 CD • 3h 37min • 2019

11.08.2021

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Die Frage nach der Notwendigkeit eines weiteren kompletten CD-Ring auf dem mit neueren Mitschnitten (Stuttgart, Weimar, Wien, Bayreuth, Hamburg, Berlin, Frankfurt und Hongkong) übersättigten Markt will ich hier nicht noch einmal aufwerfen, könnte sie auch in Hinblick auf diese Produktion der Deutschen Oper am Rhein nicht mit einem klaren Ja beantworten. Die überregional viel besprochene, 2017 in Düsseldorf begonnene und unterdessen komplettierte Inszenierung Dietrich Hilsdorfs kam unter Leitung von GMD Axel Kober in Düsseldorf mit den dortigen Symphonikern, in Duisburg mit den Duisburger Philharmonikern in teilweise unterschiedlichen Besetzungen heraus. Dort sollte sie vor zwei Jahren auf CD aufgezeichnet werden. Doch eine defekte Sprinkleranlage, die das Duisburger Theater unter Wasser setzte, zwang zu der Notlösung einer konzertanten Wiedergabe in der benachbarten Mercatorhalle, die sich später in akustischer Hinsicht als ein Vorteil erwies.

Wohnzimmertauglich

Schon beim im Vorjahr veröffentlichten Rheingold war die glückliche Balance von Orchester und Stimmen zu konstatieren. Auch diesmal sorgt Axel Kober wieder für einen transparenten und gut gestaffelten Orchesterklang und lässt, wo es geht, den Sängern und damit dem Drama den Vortritt. Das Ergebnis ist ein musikalisches Hörspiel, wie gemacht für den Konsum am heimischen Lautsprecher. Die Duisburger Musiker müssen dabei ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen, denn bei den orchestralen Höhepunkten (Walkürenritt, Feuerzauber) dreht Kober gebührend auf. Wie schon im Rheingold fehlt mir allerdings auch hier ein bisschen der große symphonische Atem.

Zwischentöne

Am besten weiß der Tenor Michael Weinius als Siegmund die Vorgaben des Dirigenten für seine Interpretation zu nutzen. Er besitzt die Power für die „Wälse!“-Rufe, legt aber die Rolle insgesamt eher lyrisch an. Im Duett mit Sieglinde findet er sehr innige Momente, vor allem die „Winterstürme“ gelingen ihm ungewöhnlich intim. Seine Diktion ist exemplarisch, man versteht tatsächlich jedes Wort. Die deutsch-äthiopische Mezzosopranistin Sarah Ferede versucht es ihm in der Sopranpartie der Sieglinde gleichzutun, durchaus mit einem gewissen Erfolg. Leuchtende Passagen wie „Oh hehrstes Wunder!“ deuten darauf hin, dass sie sich in Zukunft zur Sopranistin entwickeln wird. Der Engländer James Rutherford als Wotan ist wie Weinius vorbildlich in der Behandlung und Durchdringung des deutschen Textes. Leider findet er in dieser Hinsicht hier nicht die adäquaten Partnerinnen. Damit werden die langen, aber dramaturgisch wichtigen Auseinandersetzungen mit Fricka und Brünnhilde zu Durststrecken, weil die Textbeiträge der Damen über weite Strecken unverständlich bleiben. Welche Klasse Rutherford als Interpret hat, kann er vor allem bei Wotans Abschied zeigen, den er ganz liedhaft und mit viel Zärtlichkeit gestaltet („Der Augen leuchtendes Paar“). Linda Watson ist in der Rolle der Brünnhilde mit ihrer satten Mittellage und ihrer durchschlagskräftigen Höhe („Hojotoho“) in stimmlicher Hinsicht nach wie vor eine sichere Bank. Dagegen bereitet Katarzyna Kuncia als keifende Fricka mit Vibrato-Problemen weniger Vergnügen, ihr Landsmann Lukasz Konieczny trifft zwar den sinistren Charakter des Hunding, produziert aber oft sehr unschöne Töne. Im Ganzen also: Gute Ansätze, zwiespältiger Gesamteindruck.

Ekkehard Pluta [11.08.2021]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Richard Wagner
1Die Walküre 03:26:31

Interpreten der Einspielung

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