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CD-Besprechung

Inspiración Bach

Works by J.S. Bach, Köster, Núñez Allauca, Rameau, Sánchez-Verdú, Shostakovich, Sprenger and Uzor

Genuin GEN 20708

1 CD • 67min • 2020

08.11.2020

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

So kontrastreich wie es kaum extremer geht und dennoch mit einem klaren roten Faden gestaltet das Lux Nova Duo sein aktuelles Album, das bei Genuin erschienen ist. Das Duo, bestehend aus der deutschen Akkordeonistin Lydia Schmidl und dem peruanischen Gitarristen Jorge Paz Verastegui, bietet nicht nur eine ungewöhnliche und seltene Besetzung, sondern lässt ein Repertoire erklingen, das von Werken Johann Sebastian Bachs zu zeitgenössischen Kompositionen reicht. 2012 fand sich das Duo in Barcelona und harmonierte auf Anhieb so gut, dass die beiden Musiker auch privat ein Paar sind. In ihrer gemeinsamen Arbeit fließt nicht nur immer wieder die Besonderheit der Besetzung ein, sondern auch die verschiedenen kulturellen Hintergründe. „Inspiracíon Bach“ ist die dritte gemeinsame Aufnahme des in Hamburg ansässigen Duos und stellt das große Vorbild in den Mittelpunkt – Johann Sebastian Bach. Auszüge aus seinen Solo-Suiten werden hier kombiniert mit Werken, deren Entstehung bis in die Gegenwart reicht. Darüber hinaus finden sich Werke von Jean-Philippe Rameau und Dmitri Schostakowich auf der CD, die ebenfalls von Bach inspiriert sind.

Welt der krassen Gegensätze

Mit dem nigerianischen Komponisten Charles Uzor (Jg.1961), dem Deutsch-Amerikaner Tristan Xavier Köster (Jg.1993), dem Spanier José M. Sánchez-Verdú (Jg.1968), dem Peruaner Alejandro Núñez Allauca (Jg.1943) und dem Deutschen Sebastian Sprenger (Jg.1972) konnte das Lux Nova Duo gleich fünf Komponisten unterschiedlicher Nationalitäten für ihr Projekt begeistern und Auftragskompositionen erhalten. Herausgekommen ist eine Aufnahme der krassen Gegensätze: So steht beispielsweise Bachs Prelude aus der Suite Nr. 3 zu Beginn sephardic lit von Uzor gegenüber – während Ersteres wunderbar geordnet ist, so scheint Uzors Stück aus Zufällen zu bestehen, hier läuft alles gegeneinander und für sich, vom Klangeindruck her so gut wie gar nicht geordnet. Klarere Bach-Bezüge finden sich da bei Köster, der sich in seinen Memory Fragments III auf die wichtige Rolle Bach’scher Musik in seiner Kindheit bezieht. Während Sánchez-Vérdu den Bach-Choral Als Jesus Christus in der Nacht zitiert, lässt sich Sebastian Strenger auf eine musikalische Diskussion um die Gottesmutter ein und Núñez Allauca steuert eine Hommage an das Bach’sche Hamburg bei.

Virtuose Spieltechniken

Das Lux Nova Duo legt mit seiner dritten Aufnahme eine ausgesprochen gelungenes Stück Arbeit vor, das harte Kontraste zu bieten hat. Angefangen beim Konzept, den gut und breit ausgewählten Komponisten für die Auftragswerke zu dieser Platte über die alles andere als alltägliche Besetzung bis hin zur gelungenen Umsetzung. Positiv überraschend ist die Ausgewogenheit der beiden Stimmen, durch die jeder mal führt und dann wiederum die Begleitung übernimmt. Hinzu kommen die teils virtuosen Spieltechniken (beispielsweise bis hin zum Geräuschhaften), die klangliche Überraschungen zu bieten haben. Eine durch und durch zu empfehlende Aufnahme!

Verena Düren [08.11.2020]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johann Sebastian Bach
1Englische Suite Nr. 3 g-Moll BWV 808, Prélude 00:03:21
Charles Uzor
2sephardic lilt/mímícri (Astrid Kaminkski gewidmet) 00:10:25
Jean-Philippe Rameau
3Nouvelles pièces de clavecin, L'enharmonique 00:05:51
Tristan Xavier Köster
4Memory Fragments III: Im Eifer etwas übersehen [vergessen] 00:11:43
Dimitri Schostakowitsch
9Präludium und Fuge D-Dur op. 87 Nr. 5 00:04:12
José María Sánchez-Verdù
11Luz negra 00:09:30
Johann Sebastian Bach
12Suite Nr. 6 D-Dur BWV 1012, Prélude 00:05:53
Alejandro Nunez Allauca
13Bachiana Hamburg 00:04:18
Sebastian Sprenger
14Our Lady of Graces (Suite Mariale pour accordéon et guitare) 00:11:16

Interpreten der Einspielung

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