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CD-Besprechung

Jamina Gerl

Bach Schumann Liszt

Jamina Gerl

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 11.10.19

Klassik Heute
Empfehlung

TYXart TXA19135

1 CD • 81min • 2018

Bach, Liszt, Schumann. Eine Klavier-CD wie viele, könnte man jedenfalls meinen. Doch die Bonner Pianistin Jamina Gerl hat ein auf den ersten Blick zwar unspektakuläres, dafür aber äußerst interessantes und beziehungsreiches Programm aufgenommen. Zum Beispiel Bach: Pianisten, die die Musik Johann Sebastians auf dem Klavier spielen, haben heutzutage fast schon Seltenheitswert. Allzu oft wird dies Spezialisten überlassen, die das dann trotz des modernen Instrumentes konsequent historisierend oder hemmungslos romantisierend erledigen. Gerl wählt hier einen stimmigen Mittelweg. Sie spielt Bachs Präludium und Fuge a-Moll (BWV 543) in einer Bearbeitung von Franz Liszt, lässt jedoch Zurückhaltung walten was den virtuosen Pianistendonner betrifft. Gerl spielt Bach mit singendem Legato, perlendem Anschlag und zwar maßvollem aber konsequentem Pedalgebrauch. Sie brezelt diese Musik nicht über Gebühr auf, sondern spielt sie so, dass es auf dem modernen Flügel gut und durchhörbar klingt.

Auch ihr Liszt-Spiel ist weit davon entfernt, nur auf zirzensische Effekte und oberflächlichen Glamour zu setzen. Die drei Vertonungen Liszts der Petrarca-Sonette aus der italienischen Abteilung der Années de Pèlerinage spielt Gerl mit natürlicher Emphase. Da wirkt nichts künstlich oder aufgesetzt, im Gegenteil. Gerl hat ein feines Gespür für den Gestus der Musik, Liszts mal verinnerlichte, mal extrovertierte Paraphrasierung der Sonette Petrarcas. Dazu gehört ein subtiles Timing und eine Anschlagskultur, die feinste Nuancen abdeckt. Wirklich zur Sache geht es dagegen in Fantasie quasi Sonata Après une lecture de Dante. Hier kann Gerl zeigen, was sie an pianistischem Rüstzeug erworben hat. Und das hat sie, garantiert. Auch für Robert Schumanns fis-Moll Sonate braucht sie selbiges. Das Scherzo etwa gelingt ihr sehr pointiert, das Finale gerade rauschhaft. Florestan und Eusebius hätten ihre wahre Freude daran.

Guido Krawinkel [11.10.2019]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Präludium und Fuge c-Moll BWV 543 00:09:13
3 F. Liszt Sonetto del Petrarca Nr. 47 S 161:4 (aus: Années de pèlerinage duexième année – Italie, 1837/1849) 00:05:55
4 Sonetto del Petrarca Nr. 104 S 161:5 (aus: Années de pèlerinage duexième année – Italie) 00:06:11
5 Sonetto del Petrarca Nr. 123 S 161:6 (aus: Années de pèlerinage Deuxìeme année – Italie) 00:07:03
6 R. Schumann Klaviersonate Nr. 1 fis-Moll op. 11 00:35:12
10 F. Liszt Après une lecture de Dante S 161:7 (Fantasia quasi Sonata, aus: Années de pèlerinage duexième année – Italie) 00:17:18

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Jamina Gerl Klavier
 
TXA19135;4250702801351

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