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CD-Besprechung

Variations Sérieuses

Liszt • Schumann • Mendelssohn • Reubke

Variations Sérieuses

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 06.06.17

Klassik Heute
Empfehlung

Gateway music DB2017

1 CD • 68min • 2017

Die Helleruplundkirke in Hellerup, einem Stadtteil im Großraum Kopenhagen, bekam 2015 eine neue Orgel. Mit diesem Instrument beschritt der renommierte dänische Orgelbauer Carsten Lund, der sich bisher am barocken Orgelbau orientiert hatte, im Alter von über 70 Jahren neue Wege und wählte jetzt das romantische Klangideal zum Vorbild. Der seit 2009 an der Helleruplundkirke tätige Organist Daniel Bruun stellt folglich sein neues großes Instrument mit einem passenden Programm vor: Es erklingt Musik von Liszt, Mendelssohn Bartholdy, Schumann und Julius Reubke, dem genialen und mit 24 Jahren tragisch früh verstorbenen Schüler von Franz Liszt. Präludium und Fuge über den Namen BACH, Liszts großangelegtes Werk über die Tonfolge B-A-C-H, eröffnet das Programm wirkungsvoll und die Orgel darf gleich zeigen, was sie kann: Sie vereint Klangfülle und äußerst nuancierten Farbenreichtum und erlaubt so dem Organisten einen musikalischen Gestaltungsrahmen vom kraftvollen Pleno bis zum zartesten Piano.

Es folgen zwei Werke, die ursprünglich nicht für Orgel entstanden sind: Robert Schumanns Sechs Studien in canonischer Form für den Pedalflügel op. 56 und Felix Mendelssohn Bartholdys Klavierwerk Variations sérieuses op.54. Robert Schumann hegte eine immense Verehrung für J. S. Bach und schon in den 1840er Jahren beschaffte er sich in Leipzig ein Pedalklavier, das unter den Flügel gesetzt wurde und normalerweise als Übehilfe für Orgelstudenten diente. Für diese Kombination schrieb er sein Opus 56, die Stücke muten an wie ein inniges Stelldichein zwischen dem romantischen Komponisten und dem verehrten Altmeister, mit dem es nach Schumanns Bekenntnis im Bezug auf Orgel- und Klaviermusik kein Komponist seines Jahrhunderts aufnehmen könne. Daniel Bruun interpretiert die sechs kurzen Stücke hier mit feinem Gespür für ihren ganz eigenen intimen Tonfall, die Übertragung auf die subtile Klangwelt seiner Orgel wirkt überaus gelungen.

Musikalischer Champagner höchster Qualität sind Mendelssohns Variations sérieuses; und der Komponist wusste das selbst auch sehr genau, grenzt er durch den Titel das Werk doch von den Unmengen von „Variations brillantes“ ab, die anfangs des 19. Jahrhunderts die Klavierliteratur überschwemmten. Daniel Bruun entfaltet bei allem Ernst seiner Interpretation ein virtuoses Feuerwerk, die Mendelssohn Bartholdys berühmtestes Klavierwerk in all seiner Pracht erklingen lässt.

Den Abschluss der CD bildet die großartige Orgelsonate von Julius Reubke (1835-1858), dem genialen Schüler von Franz Liszt. Reubkes Klaviersonate in h-Moll (der gleichen Tonart wie das berühmte Werk seines Lehrers) und besonders seine dreisätzige Orgelsonate in c-Moll über den 94. Psalm zeigen ihn als höchst eigenständigen Musiker, von dem noch viel zu erwarten gewesen wäre. Auch diesem Werk stellt sich Daniel Bruun mit Stilsicherheit und großem musikalischem Feingefühl.

Freunde romantischer Orgelmusik finden in diesem Porträt, mit dem das hervorragende neue Instrument der Kopenhagener Helleruplundkirche präsentiert wird, ein Klangjuwel, das sie sich nicht entgehen lassen sollten. Bemerkenswert ist auch die Aufnahmetechnik, die sowohl die Klangfülle der Orgel wie auch den Kirchenraum bestens zur Geltung kommen lässt.

Bezug über: www.gatewaymusic.dk und www.danielbruun.dk

Detmar Huchting [06.06.2017]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Liszt Präludium und Fuge über B-A-C-H 00:12:18
2 R. Schumann Sechs Studien für den Pedal-Flügel op. 56 (Sechs Stücke in kanonischer Form) 00:18:11
8 F. Mendelssohn Bartholdy Variations sérieuses d-Moll op. 54 00:11:40
9 J. Reubke Sonate c-Moll (Der 94. Psalm) 00:25:12

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Daniel Bruun Orgel
 
DB2017;5707471050118

Bezug über Direktlink

 

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