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CD-Besprechung

I Was Like Wow

Contemporary Music for Bassoon

TYXart TXA16081

1 CD • 75min • 2013, 1998

10.04.2017

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Die Australierin Lorelei Dowling spielt Fagott und hat schon lange dazu beigetragen, dass sich dieses etwas „nischenhaft“ konnotierte Instrument selbstbewusst in verschiedensten Kontexten emanzipiert. An musikalischer Abenteuerlust mangelt es Lorelei Dowling nicht – ihre aktuelle CD ist eine Visitenkarte.

Die musikalische Reise startet in der Heimat von Lorelei Dowling: Sie musiziert zusammen mit ihrer guten Freundin, der Pianistin Elena Kats-Chernin deren eigene Kompositionen. Viel Wärme ist im Spiel – und es werden die heiteren, spielfreudigen Facetten von Tango, Ragtime und auch einer Prise Jazz herausgekehrt.

Man sollte von solch wärmenden Emotionen genug mitnehmen, denn dann geht es richtig ans Eingemachte: Solostücke von Johannes Maria Staud und Pierlugi Billone liefern sehr freie Versuchsanordnungen, um auf dem Instrument die ganzen klanglichen Möglichkeiten und spieltechnischen Zuspitzungen auszuforschen. Skalen durchmessen und Intervallstrukturen präzise ausgestalten, darum geht es in etüdenartiger Konsequenz, aber auch um die direkte (Ver-) Formung des unmittelbaren Klanges. Während das Stück von Staud eher rezitativisch daher kommt, geht es in Pierluigi Billones Blauem Fragment deutlich flächiger zur Sache. Glissandi, Flagoletts, Obertöne und Überlagerungen vor allem im mikrotonalen Bereich sind das Resultat, wenn Lorelei Dowling den mannigfaltigen Zwischenwelten zwischen festdefinierten Tonhöhen auf die Spur kommt. Radikaler Rollentausch im nächsten, ebenfalls aus der Gegenwart kommenden Stück

Das Fagott wird zum verlässlichen, unbestechlich präsenten Dialogpartner für die Spoken Word Poetry von „Jacob TV“. Und auch, wenn sich zusätzlich noch elektronisch zugespielte Klangräume drumherum verdichten, bildet Lorelei Dowlings klar artikulierter Spielfluss stets das unverrückbare Zentrum.

Sie ist eine wahre Weltbürgerin, hat in vielen Orchestern quer über dem Globus gespielt, lehrt aktuell in Graz und Madrid - aber es gibt einen besonders wichtigen künstlerischen Lebensmittelpunkt: Seit 1994 ist Lorelei Downing Fagottistin beim Klangforum Wien. Zusammen mit diesem und unter Johannes Kalitzkes bewährter Leitung präsentiert die CD einen Livemitschnitt von Sofia Gubaidulinas Konzert für Fagott und tiefe Streicher. Dieses Finale gestalten alle Beteiligten zu einem Paradestück zwölftöniger Formstrenge aus, zelebrieren die aufgeweckte Tour de Fource durch verdichtete Klanggesten und kosten alle schillernden Farben und dynamische Extremzustände aus.

Stefan Pieper [10.04.2017]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Elena Kats-Chernin
1Slicked Back Tango 00:01:34
2Faded Curtains 00:03:02
3Nonchalance 00:06:04
4Afterwards 00:04:12
5Peggy's Minute Rag 00:01:00
Johannes Maria Staud
6Celluloid für Fagott solo 00:11:26
Pierluigi Billone
7Blaues Fragment 00:10:18
Jacob TV
8I Was Like Wow 00:10:37
Sofia Gubaidulina
9Konzert für Fagott und Tiefe Streicher 00:25:21

Interpreten der Einspielung

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