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CD-Besprechung

Józef Koffler

Piano Works • Trio

Józef Koffler

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 19.01.17

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cpo 777 979-2

1 CD • 78min • 2007, 2014

Józef Koffler war Ende der 1920er Jahre einer der ersten außerhalb der „Zweiten Wiener Schule“, die sich mit Arnold Schönbergs Zwölftontechnik beschäftigten. Koffler wurde 1896 in Stryj in Galizien geboren, studierte in Lemberg und Wien, wo er bei Guido Adler in Musikwissenschaft promovierte und aus dem Schönberg-Umkreis lediglich Egon Wellesz und Alban Berg kennenlernte; mit Schönberg selbst korrespondierte er später ausführlich. Nach der Rückkehr nach Polen unterrichtete er selbst in Lemberg (polnisch: Lwów) und blieb auch dort nach der Einverleibung in die Sowjetunion; eine Zeitlang war er sogar Sekretär des Ukrainischen Komponistenverbandes. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen 1941 wurde er als polnischer Jude ins Getto Wieliczka (bei Krakau) verbracht, konnte zwar bei dessen Auflösung (= Abtransport ins Vernichtungslager Auschwitz) fliehen, wurde aber von den Besatzern aufgespürt und mit seiner gesamten Familie ermordet. Wann das geschah, ob 1943 oder 1944, ist nicht bekannt.

Es hat lange gedauert, bis Koffler wiederentdeckt wurde, aber inzwischen ist er in und außerhalb seiner Heimat doch bekannt. Die Zwölftontechnik merkt man bei ihm eigentlich noch weniger als bei Alban Berg, sein Stil ist stark melodisch betont, dabei formal klar und die Werke sind übersichtlich angelegt. In seiner Klaviermusik, die den Hauptteil der vorliegenden CD ausmacht, zeigt er interessante Facetten, ganz besonders in den Volksliedbearbeitungen, die jeden Anflug von billigem Populismus erfolgreich meiden. Aber auch von dem bekannten Kaiserwalzer von Johann Strauß Sohn ließ er sich zu weitschweifenden Variationen inspirieren, die verborgene Motive überraschend ans Licht holen. Martin von der Heydt arbeitet dies wie auch die Klangcharaktere der anderen Stücke sensibel heraus, und Johannes Schöllhorn (geb. 1962) knüpft in seiner Koffler-Hommage „Spur“ an dieses Werk an. Es wäre erfreulich, würde aus dieser Einspielung eine Reihe werden, um z.B. auch eine der vier Sinfonien Kofflers oder eins seiner drei Streichquartette hören zu können.

Dr. Hartmut Lück [19.01.2017]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Koffler Trio op. 10 00:17:52
4 Musique op. 8 (Quasi una sonata) 00:08:54
9 Sonatine op. 12 00:07:18
12 Polnische Volksgesänge op. 6 00:13:57
29 Variationen über einen Walzer von Johann Strauß op. 23 00:15:50
30 J. Schöllhorn Spur für Klarinette, Horn, Fagott, 2 Violinen, Viola, Violoncello und Kontrabaß 00:13:16

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Martin Von Der Heydt Klavier
Zebra Trio Streichtrio
OENM Oesterreichisches Ensemble für Neue Musik Ensemble für neue Musik
Johannes Kalitzke Dirigent
 
777 979-2;0761203797929

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