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CD-Besprechung

Piano Passion

Works by Ludwig van Beethoven, Clara and Robert Schumann

Piano Passion

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 07.04.17

Klassik Heute
Empfehlung

Genuin GEN 17464

1 CD • 73min • 2016

Welch eine Kraft! Welch eine Urgewalt! Welch ein überwältigendes Pathos! Und: Welch eine Leidenschaft! Dies ist auch der Titel der neuen, nun schon vierten CD der Pianistin Caroline Fischer: „Piano Passion“. Nachdem sie vorher insbesondere der Virtuosität von Liszt gehuldigt hatte, widmet sich die deutsch-koreanische Pianistin jetzt der Leidenschaft, auch der Liebes-Leidenschaft, die sich musikalisch äußert.

Leidenschaft ist das Programm der Appassionata op. 57 und der Pathéthique op. 13 von Ludwig van Beethoven, die Caroline Fischer beide mit wuchtiger Leidenschaft angeht. Mit urwüchsiger Donnerkraft beginnt sie die Appassionata, entwickelt dabei mit ihrem vollen, runden und körperreichen, aber auch blühenden Ton einen klanglich-logischen Sog, der einen beim Anhören sofort in Bann schlägt. Den entfesselten Finalsatz der Appassionata, dessen panisch-erregtem Rasen Joachim Kaiser „gestaltete Gestaltlosigkeit“ bescheinigt, spielt Caroline Fischer vielleicht zu logisch, sucht Ordnung im furios-gestaltlosen Chaos und findet auch eine durchaus klingende Ordnung. Ihre stupende Virtuosität erlaubt ihr dies, und diese Lesart überzeugt auch.

Die „Grave-„Einleitung der Pathétique lässt Caroline Fischer in eine Frage auslaufen, psychologisiert so das rein Dramatisch-Pathetische. Dem Weihe-Pathos des Adagios begegnet sie entschlossen unsentimental mit, wie der Philosoph Ernst Bloch formulieren würde, „exakt parallelisierender Logizität“, als einer Art „Melodie der Logik“.

Eine schmerzvolle Passion war auch anfangs die Liebe zwischen Robert Schumann und Clara Wieck. Die Romance variée op. 3 von Clara Wieck ist ein Produkt dieser Passion. Clara variiert folgsam ein Thema, das ihr Robert einmal gegeben hatte, liebenswert und pianistisch glanzvoll. Caroline Fischer widmet sich dieser wohl eher äußerlichen Klaviermusik mit ebenso liebenswerter Hingabe. Wesentlich gewichtiger ist Schumanns Sonate in g-Moll op. 22. Clara Wieck, verehelichte Schumann, meint in ihr Roberts „ganzes Wesen“ zu erkennen. Caroline Fischer geht diese Sonate zwar mit bebender Intensität an, wagt und will aber nicht in den schnellen Sätzen die letzte gehetzte Haltlosigkeit, die von Nietzsche so geschmähte „Trunkenboldigkeit des Gefühls“, sondern bleibt auch hier logisch kontrolliert, setzt auf durchlichtete Transparenz. In den langsameren Stellen erfreut sie mit berückender Klangmagie. Dies wird unterstützt durch die Kunst des Tonmeisters, der das Klavier ganz nach vorne rückt und so einen klavierdominierenden vollen und natürlichen Raumklang schafft.

Rainer W. Janka [07.04.2017]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L.v. Beethoven Klaviersonate Nr. 23 f-Moll op. 57 (Appassionata) 00:24:55
4 Klaviersonate Nr. 8 c-Moll op. 13 (Pathétique) 00:18:18
7 C. Schumann Romance variée op. 3 00:10:24
8 R. Schumann Klaviersonate Nr. 2 g-Moll op. 22 00:19:32

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Caroline Fischer Klavier
 
GEN 17464;4260036254648

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