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CD-Besprechung

Die Schuke-Orgel der Erlöserkirche Jerusalem

Die Schuke-Orgel der Erlöserkirche Jerusalem

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 26.02.16

Antes BM319297

1 CD • 60min • 2015

Von allem etwas mit einigen interessanten Farbtupfern, so könnte man das Programm dieser CD umschreiben: Bach, Buxtehude, Mendelssohn, Franck: das ist etwas, was quasi jeder gerne hört und sich auch an so einem touristischen Hotspot wie der Jerusalemer Erlöserkirche gut macht. Heinz Werner Zimmermann und Gunther Martin Göttsche: Diese beide Namen dürften jedoch nur Eingeweihten ein Begriff sein, sie werden hier gewissermaßen als Trojanisches Pferd mit auf die CD „geschmuggelt“.

Das reizvolle daran ist nicht nur, mal etwas anderes als das übliche Repertoire zu hören, auch die Werke an sich und in der Interpretation von Göttsche wissen zu überzeugen: Göttsches eigene Psalmmeditationen sind kurze, konzise Stücke, die sich einer gemäßigt modernen aber leicht fasslichen Tonsprache bedienen und ebenso pointiert wie prägnant ihr Thema umreißen. Zimmermanns Orgelpsalm Jerusalem könnte natürlich an keinem passenderen Ort eingespielt werden. Das jazzgeprägte Idiom der Tonsprache Zimmermanns weiß Göttsche ebenso gut und mit den nicht eben luxuriösen klanglichen Mitteln der Schuke-Orgel der Erlöserkirche umzusetzen.

Die sind mit dem a-Moll Choral von César Franck leider völlig überfordert. Hier fehlt einfach zu viel an klanglicher Substanz und romantischem Zauber als das man dieses Stück hier guten Gewissens hätte spielen können, dies zumal Göttsche recht flott durch das Stück prescht. Aber das ist wohl dem für diese Musik fehlenden Charme des zwar recht steil aber durchaus klangschön disponierten Instrumentes geschuldet, woran auch Göttsches ebenso kluge wie nachvollziehbare Registrierung, etwa mit einem fast schon trompetenartig klingenden Krummhorn als einziger schwellbarer Zungenstimme, nichts ändern kann.

Da ist die Orgel mit den Werken von Bach, Buxtehude und Mendelssohn Bartholdy durchaus mehr in ihrem Element, zumal auch Göttsche – vor allem bei Buxtehude – sehr abwechslungsreich registriert und tadellos spielt.

Guido Krawinkel [26.02.2016]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 D. Buxtehude Präludium e-Moll BuxWV 142 00:08:42
2 J.S. Bach Präludium und Fuge Es-Dur BWV 552 00:15:55
4 F. Mendelssohn Bartholdy Orgelsonate A-Dur op. 65 Nr. 3 (über den Choral "Aus tiefer Not schrei ich zu dir") 00:08:54
6 C. Franck Choral Nr. 3 a-Moll FWV 40 00:11:39
9 G.M. Goettsche In Tenebris (Vier Psalmmeditationen) 00:10:14
13 H.W. Zimmermann Jerusalem (Orgelpsalm) 00:04:28

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Gunther Martin Goettsche Orgel
 
BM319297;4014513031754

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