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Meldung vom 16.06.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Bayerische Staatsbibliothek: Schenkung Nachlass Gloria Coates

Umfangreicher Bestand an musikalischem und dokumentarischem Nachlass der Komponistin

Die Bayerische Staatsbibliothek hat den musikalischen und dokumentarischen Nachlass der 2023 verstorbenen amerikanischen Komponistin Gloria Coates als Geschenk erhalten. Der umfangreiche Bestand umfasst Musikhandschriften fast sämtlicher Werke der Komponistin, darüber hinaus Hunderte Tonträger, Notendrucke sowie eine umfassende Sammlung von Dokumenten und Korrespondenz. Mit der Erschließung des Bestandes wurde bereits begonnen. Dr. Dorothea Sommer, Generaldirektorin: „Gloria Coates war der Bayerischen Staatsbibliothek eng verbunden. Wir freuen uns sehr über diese Schenkung, die die Sammlung zahlreicher wichtiger Musiknachlässe der Bibliothek – beispielsweise von Josef Rheinberger, Karl Amadeus Hartmann, Hugo Distler oder Walter Braunfels – aufs Beste ergänzt.“

Originalpartituren der Komponistin

Gloria Coates schenkte der Musikabteilung über Jahre hinweg bereits Autographen ihrer Werke, darunter die Partitur der Sinfonie Nr. 4 Chiaroscuro. Sie besuchte oft die Bibliothek, zuletzt 2019 anlässlich des ersten Konzerts der Reihe „(d#)sonanzen. Tonkunst der Moderne in Bayern“, bei dem Werke von vier in Bayern lebenden Komponistinnen aufgeführt wurden, darunter Gloria Coates‘ Streichquartett Nr. 9b.

Die Komponistin hatte München schon vor Jahrzehnten zu ihrer Wahlheimat erkoren. Die Familie, in die sie 1938 in der amerikanischen Kleinstadt Wausau hineingeboren wurde, hat italienische und deutsche Wurzeln. Schon im Kindesalter fiel Coates‘ vielseitige künstlerische Begabung auf. Als Dreizehnjährige gewann sie einen Kompositionswettbewerb. Sie studierte an verschiedenen amerikanischen Universitäten Schauspiel, Komposition, Gesang, Malerei, Architektur und Musikwissenschaft. 1969 ging Gloria Coates nach Deutschland, um Liedgesang zu studieren, und ließ sich in München nieder. Wenige Jahre später entschied sie, das Komponieren zum Hauptberuf zu machen.

Durchbruch beim Festival Warschauer Herbst

Ihren Durchbruch als Komponistin erlebte Coates 1978 mit der Uraufführung ihrer ersten Sinfonie Music on Open Strings beim Warschauer Herbst. 1980 wurde die Sinfonie in München erneut aufgeführt – als erstes Werk einer Komponistin, das in die „Musica viva“-Reihe aufgenommen wurde. Coates‘ Kompositionen, darunter 16 Sinfonien, Lieder, Klavier- und Kammermusik, hatten auf zahlreichen internationalen Festivals Erfolg. Zwischen 1971 und 1984 leitete sie in München die Konzertreihe „German American Contemporary Music“.

Tochter Alexandra Coates übergibt den Nachlass

Die Tochter der Komponistin, Alexandra Coates, entschloss sich 2025, der Bayerischen Staatsbibliothek den Nachlass ihrer Mutter als Geschenk zu überlassen. Im Mai 2026 wurde der Schenkungsvertrag unterzeichnet.

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